Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
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Fiedel um ſo viele Jahre länger ſpielte und von dem der Walter doch erſt Griff und Bogenführung aus purer Barmherzigkeit gelernt hatte, warum hatte ſie nicht zu ihm geſagt:Dieſer Brunnenmatz ſpielt ja ganz ent⸗ zückend! Warum hatte ſie ihn nicht auf's Schloß kommen laſſen? Das wäre noch vor den Bauern und den Geſellen eine Ehre geweſen aber nein! Der Lehrjunge wird vorgezogen! Von dem Meiſter ſagte kein Menſch, daß er ſchön ſpiele, und dieſer undank⸗ bare Schlingel wird ins Schloß gerufen, und ein Lakei geht hinter ihm her und trägt ihm die Fie⸗ del nach!

Seit jenem Tage war ihm der Walter ein Dorn im Auge und ein Stachel im Herzen. Er ſchalt ihn, wo er ihn ſah, und wo er ihm begegnete; er nannte ihn einen Taugenichts, wenn er ſpielte, und nannte ihn einen Faullenzer, wenn er nicht ſpielte. Einmal hatte er auch, ganz gegen ſeine ſonſtige Natur und Eferſucht auf alle Uebergriffe derſelben, ſeine Frau gefragt, ob es wol nicht beſſer für die Zukunft des Jungen und zu⸗ gleich eine Bequemlichkeit für ſie ſelber ſei, wenn man ihn in die Wirthſchaft nehme und einen rechtſchaffenen Ackerknecht aus ihm mache? Worauf aber ſeine Frau, welche dem Jungen ganz beſonders gut war, geantwor⸗ tet hatte: das ſei doch wahrlich ſchade und eine Sünde; der Walter ſei der Beſte und Geſchickteſte von ſeiner ganzen Geſellſchaft, und wenn er denn doch ſo ſehr für ihre Bequemlichkeit beſorgt ſei, ſo möge er in Zukunft nicht mehr einen ſolchen Lärm machen, wenn ſie den Baßſpieler und den Hornbläſer zu häuslichen Geſchäften