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ſie nicht immer zum Beſten tractirte; denn er war eigentlich ein ſchlechter Muſikant. Es war die alte Ge⸗ wohnheit und die Luſt an einem freien und fröhlichen Leben, die ihn mit ſeiner Fiedel verband; und ſo ging er ſeinem alten Geſchäft nach, und ſpielte den Studen⸗ ten auf, dieſe zwanzig Jahre lang. ſah eine Generation derſelben nach der andern kommen und gehen, commer⸗ ſchirte und betrank ſich mit ihnen, borgte ihnen, zum großen Verdruß der Brunnenbänuerin Geld, ward von ihnen„Du“ genannt und war der Frennd, Vertraute und Gläubiger Aller geweſen,(und bei Einigen iſt er es geblieben bis auf den heutigen Tag), die je in Mar⸗ burg ſtudirt haben, vom erſten Miniſter in Caſſel bis zum letzten Practicanten der entfernten Grafſchaft Schaum⸗ burg. Und die Folge dieſes überluſtigen Lebens, Trin⸗ kens und Zechens war für den biedern Brunnenmatz eine Reihe von Schlaganfällen und in letzterer Zeit die Mode, ſich alle Vierteljahr Schröpfköpfe ſetzen oder die Ader ſchlagen zu laſſen, wiewol der alte Phyſikus ſagte, das eine tauge ſo wenig als das andere. Er müſſe das Trinken aufgeben, ſonſt ſtehe er nicht dafür, daß eines Tages ein neuer Schlag der ganzen Herrlichkeit ein Ende mache. Der Brunnenmatz verſprach denn auch jedesmal, er wole das thun. Allein er ſchlug den Rath des Doctors und die Ermahnungen der Brunnenbäuerin in den Wind, ſobald er wieder beſſer war, und ging ſeinen alten Vergnügungen in gewohnter Weiſe nach. Die Brunnenbäuerin dagegen war eine Bäuerin geblie⸗ ben, wie ihre Voreltern vor ihr geweſen; ſie beſorgte
das Hausweſen und die Wirthſchaft, ſie ging, wie die


