Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
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genannt wird, ob es gleich wegen ſeiner Nähe an der ſchönen und ehrwürdigen Eliſabetherkirche ſonſt immer das Eliſabetherthor geheißen hat, wie es auch bei den alten Leuten von Marburg und den Bauern der Um⸗ gegend noch heute heißt. Das Gehöfte, in welchem der Brunnenmatz wohnte, hieß der Brunnenhof, nach einem ehedem ſehr berühmten Brunnen, von welchem in der Chronik ſteht, daß ſein Waſſer ein unfehlbares Heil⸗ mittel gegen ſchlimme Augen und andere körperliche Ge⸗ brechen geweſen ſei. Neuerdings aber, ſeitdem die Herren von der Univerſität gegen ſolchen Aberglauben mehrfältig geeifert, verſiegte das Waſſer, der Brunnen verfiel, ward mit Steinen zugeworfen, und war mit ſeinen alten, dunkeln Bäumen ringsumher am Ende des großen Gar⸗ tens ein wenig in Verruf gekommen, ſo daß man in der Nacht nicht gerne daſelbſt verweilt haben würde. Der Brunnenmatz war ein Muſikant; aber er hatte es, wie die Rede ging, Gott ſei Dank nicht nöthig. Er war ein reicher Mann, und ſein Gehöft nebſt den dazu gehörigen Ländereien und Waldantheilen waren ein ſchö⸗ nes und einträgliches Eigenthum. Er betrieb die Muſik nur noch aus Liebhaberei und weil er davon nicht laſſen konnte. In ſeinen jungen Jahren allerdings, als er aus dem bairiſchen Lande hierher gen Marburg kam, hatte er Nichts als ine Fiedel; aber da verliebte ſich die Brunnenbäuerin in ihn, und da ſie keinen Vater und keine Mutter und nicht Bruder noch Schweſter mehr hatte, ſo mußte ihr Vormund zuletzt nachgeben und ſie nahm ſich den Matz zum Manne. Aber der Matz

konnte ſich von ſeiner Fiedel nicht trennen, obgleich er