offener Straße ſeine Liebe erklärt, welches alle vier Fakul⸗ täten von Marburg ſo übel nahmen, daß ſie mit allen Stimmen gegen keine beſchloſſen, er ſolle auf ein ganzes Jahr verbannt und verſtoßen ſein. Nun aber war das Jahr vorüber und herrlich und in alten Ehren zog der Leutnant mit ſeinem neuen Liede wieder in Marburg ein. Der Leutnant war ein ſehr verliebter junger Mann, wie alle Mädchen von Marburg hätten bezeugen können, wenn ſie gewollt hätten; dabei war er ein hübſcher junger Mann und hatte ein ſchönes Vermögen. Er war der einzige Sohn eines Bauern aus dem heſſiſchen Oberland, welcher ſich als ländlicher Deputirter in der heſſiſchen Kammer durch die Feſtigkeit ſeines Schlafes und die Bereitwilligkeit, zu Allem„Ja“ zu ſagen, wenn er glück⸗ lich aufgeweckt worden war, einen Namen gemacht hatte. Dieſer Bauer hatte beſchloſſen, ſeinem einzigen Sohne eine gute Erziehung zu geben, hatte ihn darum auf die Univerſität geſchickt, mehr als einmal ſchon die Schulden deſſelben bezahlt und erwartete nun mit dem gerechten Stolze eines bäuerlichen Deputirten den Tag, wo ſein ſtudirter Herr Sohn als ein Licht der Wiſſenſchaft in den väterlichen Hof zurückkehren würde. Warum dieſer Herr Sohn, der eigentlich Peter hieß, der„Leutnant“ genannt wurde, iſt dem Verfaſſer dieſer Erzählung nie⸗ mals klar geworden. Vielleicht, weil er Liebſchaften hatte, wie ein Leutnant, oder den ganzen Tag Nichts that, wie ein Leutnant— genug, er ſo und wir müſſen ihn ſo nennen.
Der Leutnant ließ ſich äuch um das neue Lied nicht bitten; er war ein großer Sänger, wenn er beim


