ſtieg während des Winters in den düſteren meklenbur⸗ giſchen Norden hinunter und kehrte mit dem jungen Frühling in den ſonnigen, wonnigen Süden zurück wo⸗ ſelbſt er ſechs Monate und länger als freier Baron wirthſchaftete, Brillen zerbrach, Gläſer zerſchlug und Reiſen machte nach Herzensluſt. Der Baron war kein Student, noch weniger ein Angehöriger der alma mater Philippina von Marburg; aber er hatte in letzterer Zeit eine große Freundſchaft mit Einem von der Brüderſchaft geſchloſſen, den er unterwegs irgendwo in einem Wirths⸗ haus kennen gelernt, und mit dieſem war er gen Marburg gezogen, woſelbſt es ihm über die Maßen wol gefiel. Er hatte ſich ein Quartier im„Ritter“, dem Gaſthofe des Städtchens, genommen, zu ebner Erde, denn er liebte die Treppen nicht, wenn er von ſeinen nächtlichen Ver⸗ gnügungen heimkehrte; auch hatte er dem Hausknecht auf das Strengſte befohlen, die Läden ſeiner Fenſter niemals zu öffnen, weder bei Tag noch bei Nacht, ſo daß denn das Leben des Barons, ſobald er ſich aus den Bierhäuſern zurückzog, in vollſtändiges Dunkel verlief.
Dieſer Baron war es, welcher nun auf einmal, nachdem er ein langes und feierliches Schweigen über ſeinem Glaſe beobachtet,„Leutnant!“ rief—„Leutnant, das neue Lied!“
Das neue Lied, welches der Baron verlangte, war eins, welches der Leutnant jüngſt mit von Jeng gebracht hatte, wohin er ſich auf einige Zeit begeben, weil er von Marburg relegirt worden war. Er hatte nämlich eines Tages, als er von einem Frühſtück mit Champagner kam, der Tochter eines Profeſſors der Theologie auf
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