Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
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Wie das beſagte Gehöft zu dem wenig pvetiſchen Namen desJägerpfuhls gekommen, iſt uns unbe⸗ kannt geblieben. Von Jägern war niemals darin Etwas 3 zu ſehen.

Außer unſern Freunden, den Schöngeiſtern in rothen Mützen, pflegten nur Fuhrleute im Jägerpfuhl zu ver⸗ kehren. Einmal hatte auch eine Geſellſchaft von Kunſt⸗ reitern ihr Quartier darin aufgeſchlagen; aber da es ſich mehrfach ereignet hatte, daß die Herren Rhenanen

auf ihren Pferden ausgeritten waren und ihre Damen

mitgenommen hatten zu der Zeit, wo das Publikum im Reithaus eine Vorſtellung erwartete, ſo hatte der Direc⸗ tor der Geſellſchaft das Quartier mit einem andern vertauſcht, nachdem er dem Chorführer der Rhenanen mit einem großen Eide verſichert hatte, er werde ſich an Jedem von ihnen fürchterlich rächen, welcher ſich wieder in ſeinem Pferdeſtalle ſehen ließe.

In dem weitläufigen Gehöfte des Jägerpfuhls war es denn nun auch, wo in den letzten Tagen des Aprils 1857 die Fenſter des oberen Stockwerks feſtlich er⸗ glänzten. Die Rhenanen feierten ihrenAntrittscommers, d. h. ſie waren damit beſchäftigt, ſich aus Freude über das Ende der Ferien und den Beginn des neuen Se⸗ meſters nach beſten Kräften zu betrinken. Denn für den flotten Burſchen und flotte Burſchen waren die Rothmützen alle iſt die Ferienzeit eine recht er⸗ bärmliche Zeit mit ihrer Trennung von den Ge⸗ noſſen, den Bierfäſſern und den hübſchen Schenk⸗ mädchen der Univerſität, mit ihrer Einſamkeit und dem Zwange des Elternhauſes; wogegen der Anfang eines