Teil eines Werkes 
2. Buch (1863)
Entstehung
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und Schöngeiſter war ein weitläufiges Wirthſchaftsgehöft Wr dem Barfüßerthore, derJägerpfuhl genannt; und ihre Buſenfreundin war Frau Jena, die alte dicke Wir⸗ thin, welche in den gaſtlichen Räumen deſſelben waltete. Von Herrn Zena war niemals die Rede, obwol er den ganzen Tag lang in einer kleinen Schnapsbude auf der Diele ſaß und den Fuhrleuten einſchenkte, welche Holz aus dem Walde geholt hatten oder mit ihren ſchweren Frachtwagen auf der Straße von Gießen daherkamen. Des Abends ſaß er gewöhnlich in der Stube bei den Knechten und Mägden am Ofen, welche ſich aber auch wenig um ihn bekümmerten, ſo daß von dem alters⸗ ſchwachen, dünnen Männlein im Jägerpfuhl ſo gut wie Nichts bemerkt wurde. Nur einmal in ſeinem Leben

hatte man ihn ſchreien hören, in jener denkwürdigen

Nacht, wo er in der einzigen Bekleidung eines Hemdes, mit einer Stalllaterne und einem verroſteten Gewehre, auf der Höhe der Treppe vor dem Schlafgemach ſeiner Frau geſehen wurde, bereit, die Ehre derſelben gegen jeden Angreifer zu vertheidigen. Bis ſich denn bei dem Scheine beſagter Laterne herausſtellte, daß der unheim⸗ liche Lärm im Erdgeſchoß und das darauf erfolgende ſchleichende Getrappel die Stufen hinan von einem Hunde Namens Jochmus herrührte, deſſen nähere Be⸗ kanntſchaft unſern Leſern noch bevorſteht, und deſſen Lieblingsneigung treu den Grundſätzen derRhe⸗ nanen, zu deren Zeichen und Farben er ſich be⸗

kannte es war, in Häuſern zu übernachten, in die er nicht gehörte, und abenteueyliche Streifzüge zu machen,

deren Endzweck nicht klar war.