halb mit den übrigen Studioſis, von denen etwelche be haupteten, ſie ſeien gottloſe Geſellen, und etwelche, ſN ſeien Renommiſten ohne Courage, auf höchlich geſpann⸗ tem Fuße. Aber ſie hatten viel Geld und noch mehr Credit; und da ſie durchweg hübſche, friſche Burſche waren, ſo machten ſie das größte Glück bei den Töchtern aller Metzger, Bäcker und Bierwirthe von Marburg. Dieſe Geſellſchaft von ehrgeizigen jungen Leuten war, in ihrem Streben nach Ruhm und Auszeichnung, jede Nacht beſchäftigt, die Kellner im„Ritter“ aus ihrem Schlaf zu ſtören, Aerzte und Hebeammen aufzuwecken und letztere zu Frauen zu ſchicken, welche ſich in geſundem Schlaf und vollſtändigem Wohlſein befanden, Glocken⸗ züge abzureißen, Nachtwächter zu prügeln, Pedelle zu ärgern, Fenſter zu zerbrechen, Wagen in die Lahn zu rollen und andere unſterbliche Thaten zu verrichten, welche ihren Namen bald geehrt und gefürchtet machten in der Stadt und den umliegenden Dörfern. Man konnte zuweilen kein Ladenſchild mehr an ſeinem Orte finden, wenn dieſe Schöngeiſter in rothen Mützen mit Silber ihre Mitternachtserpedition gemacht hatten. Einige⸗ male fanden auch die Bürger dieſer guten Stadt neben den Glasſcheiben ganze Händevoll kleiner Münzen auf dem Fußboden ihrer Parterreſtuben umhergeſtreut, woraus dieſe weiſen Männer dann den Schluß zogen, daß die großmüthigen Herren mit Roth und Silber nicht bloß die Fenſter zerſchlagen, ſondern auch ſogleich das Geld zurück⸗ gelaſſen hätten, um ſie wieder einſetzen laſſen zu können. Was denn nicht minder dazu diente, ihren Ruf zu erhöhen. Der bevorzugte Verſammlungsort dieſer S
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