noch oben ſitzt, wenn auch die Mütze einen andern Weg gerollt iſt. Die meiſten Wagen fahren um die Stadt herum, und ſetzen Güter und Paſſagiere an einem von den beiden Thoren im Thal ab. Aus einer Straße in die andere ſteigt man auf Treppen, welche zwiſchen winkeligen Häuſern emporführen. Die Häuſer haben eine Thüre hinten und eine Thüre vorn. Tritt man durch die Thüre von Hinten, ſo befindet man ſich im Dach der Häuſer und ſieht nach Vorn drei, vier Stock⸗ werke zuweilen nieder in die gekrümmten, engen, dunklen Gäßlein. Drei, vier Stockwerke jedoch haben nur die neuen Häuſer. Die alten haben nur eins, höchſtens zwei. Die alten Häuſer ſind ein Wunder von ſchiefen Balken, welche ſchon mehrere Generationen lang ſo aus⸗ geſehen haben, als wollten ſie einbrechen; von abſchüſ⸗ ſigen Gängen und räthſelhaften Stiegen; von allerlei unerklärlichen Ecken und lichtloſen Seitengemächern; von unregelmäßigen Stuben, deren Decken und Fußböden zu einander im Verhältniß der geneigten Ebene ſtehen, deren Wände ſo wenig nach dem Winkelmaaß gebaut ſind,
däß die Bilder daran unter keiner Bedingung gerade hängen, deren oberes Ende gewöhnlich um ein Drittel breiter iſt, als das untere, und deren Fenſter ſo ſchmal ſind, daß kaum ein Mann oder eine Frau einzeln, ge⸗ ſchweige denn Beide zuſammen darin Platz finden, trotz⸗ dem der Philoſoph Chriſtian Auguſt Wolff, ſo vormalen Lehrer der Aeſthetik an dieſer Hochſchule geweſen, die letztere Bequemlichkeit als unerläßlich für ein gutes Fenſter ausgegeben. Sieht man aber durch die Fenſter über die blauen Schieferdächer fort, ſo erblickt man


