Teil eines Werkes 
2. Theil (1852)
Entstehung
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Stunden vergingen und unter Klotildens glühen⸗ den Thränen, in ihren Armen erwachte er noch einmal zum Leben.

Er lächelte ſie ſchmerzlich an.Die Saat iſt aufgeſchoſſen ſagte er leiſe.O, vergib mir, Klo⸗ tilde! Nicht von Brudershand dacht' ich zu fallen. Unglücklicher Vater! Dein Gott iſt ſtreng, meine Klo⸗ tilde, aber er iſt gnädig; er nimmt des Sohnes Leben als Buße für des Vaters Sünde an!

Er ſprach abgeriſſen, von Todesröcheln unterbro⸗ chen. Oft ſtöhnte er tief:O, Klotilde, ſoll ich dich hier allein laſſen? O, verzeihe mir, Geliebte! Kehre nach Deutſchland zurück! Und ſoll ich dich und mein Kind verlaſſen? Soll ich euch allein und hilflos in der Fremde laſſen?

Seine Stimme brach. Aber Klotilde, ein Troſtes⸗ engel, wie von einer himmliſchen Ahnung erfaßt, flüſterte ihm, über ihn gebeugt, die Worte zu:Stirb ruhig, Geliebteſter, wir folgen dir bald nach! Ich habe dich zweimal verloren, ich weiß, ich könnt' es nicht zum dritten Mal!

Er verſchied und ſie drückte mit leiſer, feſter Hand ihm die brechenden Augen zu. Zwei Herzen brachen, als er zum letzten Male athmete. Geiſterbleich, eiſig⸗ kalt, ruhiggefaßt, verklärten Blickes ſaß ſie bei der