ihre Arbeit. Dies wiederholte ſich; ſie war unruhig, ohne ängſtlich zu ſein. Hatte doch Hubert ſie oft ſchon ſtundenlang warten laſſen!
Eben hatte ſie ſich wieder niedergeſetzt, als ein Wäglein den Berg herauf und gleich darauf in den Hof gefahren kam. Sie erkannte Mrs. Curtis. Ein ſchwarzgekleideter Herr begleitete ſie. Es war Doctor Hopkins, der Prediger des Orts.
Der Beſuch war etwas ſehr Ungewöhnliches. Klotilde, ohne Arges zu ahnen, ging ihnen freundlich entgegen. Selbſt die feierlich⸗ernſte Miene des Geiſt⸗ lichen fiel ihr nicht beſonders auf. Sie war habituell bei ihm. Auch Mrs. Curtis hatte, wie häufig neu⸗ engliſche Frauen, die zur Kirche gehören, ſelbſt wenn ſie heitern und milden Geiſtes ſind, in der Re⸗ gel eine ernſte, zurückhaltende Miene. Heute war eine ſchwermüthige Weichheit in ihrem Geſicht, die Klotilde fragen machte:
„Was iſt Ihnen, liebe Mrs. Curtis? Iſt Ihnen etwas Betrübendes widerfahren?“
Sie ſchwieg. Der Geiſtliche aber hob mit feier⸗ licher Stimme an:„Keiner iſt unter uns, der ſich nicht bereit halten muß, aus des Herrn Hand Trübſal zu empfangen.“
Klotilde ſah ihn beſtürzt und fragend an. Der 22*


