Teil eines Werkes 
2. Theil (1852)
Entstehung
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bei kinderloſen Ehen nur in geringen Betracht; aber wird die Erziehung geliebter Kinder eine der Auf⸗ gaben ihres Lebens und beide Theile ſind gewiſſen⸗ haft, ſo iſt das reine eheliche Glück in großer Gefahr, daran zu ſcheitern.

Wie wahr und richtig bemerkt! fügte ſie nach⸗ denklich hinzu. Aber ich erinnere mich noch deut⸗ lich der Gelegenheit. Mein Vater ſprach von dem Unterſchied des Katholicismus und Proteſtantismus. Es war von den gemiſchten Ehen die Rede. Der Unterſchied zwiſchen Hubert's und meiner Anſicht dreht ſich nicht um Doctrinen. Im Herzen des theuern Mannes lebt doch der Glaube, er mag ihn mit noch ſo viel Sophismen umkleiden, ſodaß man das Him⸗ melskind zu Zeiten nicht erkennt. Die Liebe iſt in ihm, die, wie der Apoſtel ſagt, noch höher iſt, als Glaube und Hoffnung.

So zog die Liebende mit leiſer Hand einen Schleier über die kleinen Schatten, die ſie bei ſoviel Licht nicht ſehen wollte. Wo mag Hubert bleiben? fragte ſie noch einmal.

Sie hatte ſo ſchon wiederholt gefragt. Sie fing an etwas unruhig zu werden. Sie ging nach der Küche, rückte das Eſſen vom Feuer, ſah aus der Hin⸗ terthür nach dem Walde und ging dann wieder an