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Blüten deutscher Dichter nebst Poetik und Literaturgeschichte ... / bearb. von J. Schenckel
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des Jahres die Schleswig⸗Holſtein Sonette, 1847 dieJuniuslieder. G. lebte während dieſer Zeit meiſt in Lübeck, bis er 1852 als Profeſſor der Literatur an die Univerſität München berufen wurde. Kein einziger Dichter hat ſich ſo raſch Eingang im Volke verſchafft, wie Geibel. Seine Lieder zeigen durch Klar⸗ heit des Gedankens, Reinheit und Adel der Geſinnung, Lauterkeit, Wärme, Un⸗ mittelbarkeit und Innigkeit des Gefühls, echte Frömmigkeit, wie durch Wohlklang der Sprache, Fülle der Melodie in gemeſſenem Klange, leichten Silbenfall und Sangbarkeit der Verſe eine Meiſterſchaft, die ihren Schöpfer würdig macht, ne⸗ ben den beſten Liederdichtern aller Zeiten zu ſtehen; ſo daß wir wohl mit Schiller ſagen dürfen:Ihm ſchenkte des Geſanges Gabe, Der Lieder ſüßen Mund Apoll.

(Beleg dafür ſind, außer vielen andern, Nr. 17. 21. 41. 49. 65. 81. 83. 94. 175. 192. 194. 209. 234. 236. 302. 303. 318). Bei Geibel erwähnen wir den in neueſter Zeit erſt nach Verdienſt gewürdigten Dichter Georg Philipp Schmidt Schmidt von Lübeck*) geb. am 1. Januar 1766 zu Lübeck, ſtudirte von 1786 90 in Jena und Göttingen Rechts⸗ und Cameralwiſſenſchaft, nach dem Tode ſeiner Eltern Medizin. Von 1806 Direktor mehrerer Bank⸗ u. Commerzinſtitute, trat er 1829 in den Ruheſtand und ſtarb am 28. Oktbr. 1849. In biederem, deutſchen Sinne und einfacher, ſchlichter Darſtellung ſind Sch.'s meiſte Lieder gedichtet, deren manche ins Volk übergegangen ſind, wie:Ich komme vom Gebirge her,Fröhlich und wohlgemuth ꝛe.

Vorzugsweiſe religiöſe Dichter ſind: Karl Johann Philipp Spittas*), geb. am 1. Auguſt 1801 zu Hannover, ſtudirte von 1821 24 Theologie in Göttingen, wurde 1828 Pfarrgehülfe in Sudwalde, kam 1830 nach Hameln, war von 1837 47 Paſtor in Wechold und lebt jetzt als Superintendent zu Wittingen im Fürſtenthum Lüneburg. Den Charakter ſeiner frommen Geſänge (vgl. Nr. 82 u. 313), größtentheils niedergelegt inPſalter und Harfe bezeichnet ſein Gebetswort:

Gott, mein Schöpfer und Erhalter,

Mein Erlöſer und mein Herr,

Dir ertönen Harf und Pſalter,

Dir und deines Namens Ehr.

Deine Liebe laß mich preiſen,

Deinen großen Gnadenrath,

Und ſo ſingend weiter reiſen

Auf dem ſchmalen Pilgerpfad. Victor Friedrich Strauß), geb. am 18. September 1809 in Bückeburg, ſtudirte in Erlangen, Bonn und Göttingen Jurisprudenz, trieb ſpäter für ſich theologiſche Studien, und iſt nun ſeit Jahren geh. Kabinetsrath in ſeiner Vater⸗ ſtadt. Neben größtentheils geiſtlichen Liedern(Nr. 307) ſchlägt St. bisweilen auch den Ton geſunder Lebensfreude kräftig an und weiß dort, wie hier, die Form ſorgfältig und mit Leichtigkeit zu handhaben. Julius Sturm fi),

*) Dichterhalle 3r Bd., S. 187.**) Dichterhalle 3r Bd., S. 253. 0 Dichterhalle 3r Bd., S. 285. 1) Dichterhalle 3r Bd., S. 297.