geb. am 21. Juli 1816 zu Köſtritz im Fürſtenthum Reuß, machte von 1837—41 auf der Univerſität Jena ſeine theologiſchen Studien, lebte zwei Jahre als Haus⸗ lehrer in Heilbronn, wo er J. Kerner, N. Lenau und andere bedeutende Män⸗ ner kennen lernte, wurde dann Erzieher des Prinzen Renß Heinrich Xlv. und 1850 Paſtor zu Göſchitz bei Schleiz. Seine Lieder ſind der Ton des Herzens, der reinen lyriſchen Empfindung; ſie ſind einfach und wahr, zart und innig— Liebe, Glaube und Vaterland liefern den Stoff dazu.(Vergl. Nr. 22. 78. 88. 255. 265. 283. 297. 314.)
Von den in dieſen Jahren erſt aufgetretenen Dichtern nennen wir den epen⸗ gewaltigen Chriſt. Friedr. Scherenberg(lebt in Berlin), deſſen„Water⸗ loo“ wir in Nr. 294 im Auszuge mitgetheilt. Eben beſchäftigt er ſich mit einem großen Epos:„Friedrich der Große“, von dem ein Band(„Leuthen“. Berlin 1852) bereits erſchienen iſt.(Daraus Nr. 276:„Am Abend nach der Schlacht bei Leuthen);— den lebensfriſchen Otto Roquette, aus deſſen „Waldmeiſters Brautfahrt“ Nr. 295:„Prinzeſſin Rebenblüte“, wie die Ge⸗ dichte Nr. 158. aufgenommen wurden;— den gemüthlichen Lyriker Julins Hammer(Gedichte, bei Brockhaus in Leipzig 1851; daraus Nr. 31. 66. 155. 315.)— und Theodor Storm, der namentlich treffliche Liebeslieder zu ſingen weiß(Gedichte bei Duncker in Berlin 1851; daraus Nr. 181); denen wir den kindlich⸗frommen und liebenswürdigen Gg. Chr. Dieffenbach(lebt als Pfarrer zu Erbach im Odenwald) beigeſellten, hätte er bis jetzt eine Sammlung ſeiner Gedichte erſcheinen laſſen; andere Namen, die noch genannt werden könn⸗ ten, übergehen wir und ſchließen dieſen kurzen Ueberblick über das weite ſchöne Feld unſerer Literatur mit der Ueberzeugung, daß der Born unſerer deutſchen Dichtung noch keineswegs am Verſiegen iſt, daß er vielmehr noch fort und fort ſeine friſchen Waſſer ausgießet zur Labung und Kräftigung deutſcher Herzen.


