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dann zur Wiederherſtellung ſeiner angegriffenen Geſundheit einige Jahre in ſei⸗ ner Vaterſtadt, bis er ſich 1844 in Dresden niederließ, abwechſelnd den Pinſel und die Feder führend.„So ging er luſtig durch die Welt, wo Zeder gern ihn ſieht; und wem ſein Malen nicht gefällt, den freut ſein luſtig Lied“, bis er aufangs Februar 1852 plötzlich ſtarb.— R. war eine kindlichreine, heitere und lebensfrohe Dichter⸗ und Künſtlernatur, gleich ausgezeichnet durch Frömmigkeit, Einfachheit, Herzinnigkeit, Wahrheit und Reinheit in Empfindung und Gefühl, wie durch Heiterkeit und Lebensluſt, köſtlichen Humor und liebenswürdigſte Schalk⸗ haftigkeit(ogl. Nr. 34, 59, 71,134 u. 200). Schade um ſeinen frühen Heimgang!— A. Kopiſch*), ebenfalls Maler und Dichter, wurde am 26. Mai 1799 zu Breslau geboren, lebte kürzere Zeit in Wien und Dresden, dann längere Jahre in Italien, von wo aus zurückgekehrt, er Berlin zu ſeinem Aufenthaltsort wählte. Seit 1844 hat er den Ehrentitet:„Profeſſor“.— Durch eine launige, ungemein treuherzige, humoriſtiſch heitere, faſt improviſatoriſche Lyrik, unterſtützt durch kunſtvolle Geſtaltung und ſprachliche Darſtellung, nöthigt uns K. Beifall ab. Mit großer Vorliebe und ſeltenem Glücke bearbeitet er alte, ſchelmiſche Sagen und Volksſchwänke(Nr. 228) und geſchichtliche Stoffe und liefert treffliche Weinlieder.
Als politiſche Dichter ſind noch zu nennen: Franz Dingelſtedt**), geb. 1814 zu Halsdorf in der churheſſiſchen Provinz Oberheſſen, ſtudirte in Marburg (183!— 34) Theologie und Pbilologie, trieb nebenbei neuere Sprachen und ihre Literatur, erhielt 1836 eine Anſtellung an dem neuerrichteten Lyceum in Kaſſel, ward aber bald nach Fulda verſetzt, wo er 1841 ſeine Entlaſſung nahm. 1843 als Hofrath und Bibliothekar nach Stuttgart berufen, 1846 zum Hofdramaturg mit dem Titel eines Legationsraths ernannt, lebte er in St. bis 1851, in wel⸗ chem Jahre er Theaterintendant zu München wurde.— D.'s Dichtung, in den „Liedern eines kosmopolitiſchen Nachtwächters“ zu ſehr im Dienſte der Partei, in den Gedichten vielfach zu finnlich und genußſüchtig, iſt bei eleganter Darſtellung oft zu nüchtern, kalt und verſtändig, ohne edlen Kern und rechtes Herz(vergl. Nr. 143).— Robert Eduard Prutz***), geb. am 30. Mai 1816 in Stet⸗ tin, beſuchte das Gymnaſium ſeiner Vaterſtadt und ſtudirte dann auf den Uni⸗ verſitäten Berlin, Breslau und Halle Philologie in Verbindung mit Philoſophie
und Geſchichte. 1841 ging er nach Dresden und von da nach Jena, wurde
aber wegen des Gedichts:„An Dahlmann“, das er ohne Cenſurerlaubniß hatte drucken laſſen, 1843 des Landes verwieſen, worauf er ſich nach Berlin wandte und da Vorleſungen hielt, die aber 1847 verboten wurden. Kurze Zeit Drama⸗ turg in Hamburg, erhielt er 1849 die Stelle eines Profeſſors der Literaturge⸗ ſchichte in Halle.— P., als Lyriker bei ſchöner, durchſichtiger Form oft zu breit und tendenziös, als Dramatiker ohne beſondere Bedeutung, hat durch ſeine lite⸗ raturgeſchichtlichen Arbeiten, die mit vielem Fleiße und von philoſophiſch frei⸗ ſinnigem Standpunkte aus geſchrieben ſind, dankenswerthe und verdienſtvolle Ga⸗ ben geboten.— Neben dieſe ſtellen wir Franz Frhrr. v. Gaudy, geb. 1800 zu Frankfurt a. d. O., ſtarb zu Berlin 1840, der in ſeinen„Kaiſerliedern“ Napoleon's Lob verherrlicht(daraus Nr. 254 u. 258).
*) Dichterh. 2r Bd., S. 94.—**) Dichterh. 1r Bd., S. 95.—**) Dichterh. 2r Bb., S. 353.


