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kant in der Pfalz beſchäftigt, ging 1850 nach Bonn, von wo aus er 1851 als Profeſſor nach Wien berufen wurde. Gegenwärtig lebt er mit zweijährigem Ur⸗ laub auf dem in der Nähe von Kaiſerslautern gelegenen Hofgute Schellenberg.— Das epiſch⸗lyriſche Gedicht„Amaranth“, verklärt in dem ſüßen Dufte einer frommen Minne und in dem, das Weltall erleuchtenden und verklärenden Glanze des Chriſtenthums, hat ihm eine hohe Stelle unter den Dichtern der Gegenwart verſchafft. Seine Gedichte, unter denen vielen in ihrer einfachen Schönheit und Herzenstiefe das Siegel poetiſcher Vollendung aufgedrückt iſt(Nr. 16. 299. 316), ſind aus chriſtlich⸗gläubigem Herzen gefloſſen, neigen aber leider hin und wieder ſo ſehr zur religiöſen Tendenzdichtung, daß ſie aufhören, wirklich poetiſch zu ſein. Das Märchen vom Waldbächlein und Tannenbaum iſt nur eine ſchwächere Wiederholung früherer Klänge.— In München(als Kanzliſt im Miniſterium) lebt Georg Scheurlin*), geb. am 25. Febr. 1802 zu Mainbernheim in Un⸗ terfranken, ward— ohne Beſitz der nöthigen Geldmittel zum Studiren— Volks⸗ ſchullehrer, erſt in ſeiner Vaterſtadt, dann in der Liederkron'ſchen Erziehungsan⸗ ſtalt in Erlangen, ſpäter in Ansbach, wo er bis zum vorigen Jahre wirkte.— Sch. ſpielt eine zartbeſaitete Leier, der er vorherrſchend elegiſche Töne entlockt; er ſingt in einfachen, oft rührenden Herzensweiſen, in denen wir nicht ſelten die tiefe Sehnſucht nach jener Freiheit und jenem Lichte erkennen, welche die bele benden Elemente der Muſen ſind. Sein Frühlingslied:„Wenn es wieder Früh⸗ ling will werden“(Nr. 12) erinnert an das Volkslied:„Wann der jüngſte Tag wird werden, dann fallen die Sternelein auf die Erden ꝛc.“ Außerdem ſind von ihm: Gen Maien(Nr. 20)— Schneeglöckchen— Das Glöcklein im Herzen ꝛe. Im ſchönen Elſaß dichten als treue Wächter und Beſchützer deutſcher Fe⸗
ſtigkeit und heiligen deutſchen Ernſtes an den Marken des beweglichen Franzoſen⸗ thums die ehrenwerthen Brüder Auguſt und Adolf Stöber, der erſtere am 9. Juli 1808, der zweite am 7. Juli 1810 zu Straßburg geboren, Söhne des Dichters Ehrenfried Stöber(1779— 1835), deſſen Gedichte und Lieder in Straß⸗ burger Mundart ſich durch heitere, glückliche Laune und naive Volksthümlichkeit auszeichnen und zum Theile im Munde des Volkes fortleben. Auguſt, der ältere— gegenwärtig Profeſſor der deutſchen Sprache zu Mühlhauſen im Ober⸗ elſaß— wirkt mehr als unermüdeter deutſcher Schriftſteller im Bereiche volks⸗ thümlicher Anſchauungen. Seine, meiſt in heiterem, bisweilen auch ſchalkhaftem Ton gedichteten Lieder ſtehen hinter denen ſeines Bruders— ſeit 1840 Pfarver in Mühlhauſen— zurück. Adolf Stöber's Lyrik trägt das Gepräge wahrer Frömmigkeit und heiligen Ernſtes, hier und da mit leiſer Hinneigung zur ſüßen Myſtik, ohne jedoch in die Schwächen dieſer Richtung zu verfallen. Er dichtet nicht leichten Sinnes, ſondern naht ſich dem Altar der Muſen in feierlicher Stimmung und mit einer zum Gebete geſammelten Seele:
Willſt du dichten— ſammle dich,
Sammle dich, wie zum Gebete,
Daß dein Geiſt andächtiglich
Vor das Bild der Schönheit trete:
*) Dichterhalle 3r Bd., S. 43. 28*


