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ſitzung(Außee) in einer der herrlichſten Gegenden Steiermarks. Die in ſchöner poetiſcher Stimmung und echter Begeiſtrung gezeugten„Todtenkränze“, in trefflich gelungenen Canzonen gedichtet, wie viele ſeiner Gedichte(Nächtliche* Heerſchau Nr. 257; Nr. 177 ꝛc.) ſichern ihm ſeine Stellung neben Lenau und Grün, mit denen er nicht bloß des Namens, ſondern auch der poetiſchen Be⸗ deutſamkeit wegen zum hohen Adel unter den zahlreichen öſtreichiſchen Sängern gehört. Weitverbreitet und hochgeſchätzt iſt beim öſtr. Militär Z.ens„Solda⸗ tenbüchlein“. Das Märchen:„Waldfräulein“, ausgezeichnet durch leichte Phantaſie, lebendige Schilderung, Zartheit und Duft der Farben, ſteht ganz auf altromantiſchem Standpunkt)
Böhmens talentvollſter und berühmteſter Dichter iſt Karl Egon Ebert*), geb. am 5. Juni 1801 zu Prag, ſtudirte daſelbſt die Rechte, ward 1829 fürſten⸗ bergiſcher Rath und Archivdirektor in Donaueſchingen. Gegenwärtig lebt er in Prag. Viele ſeiner Gedichte ſprechen durch edle Geſinnung, Wärme des Ge⸗ müths und Wahrheit und Einfachheit des Gefühls an, wohin namentlich ſeine Balladen zu zählen ſind(vergl. Nr. 239). Ebert's größere Dichtungen werden beſonders in Böhmen mit großem Beifall aufgenommen, weil der Stoff dazu größtentheils aus dem dortigen Volk und Land genommen iſt(Wlaſta, Bretislaw und Jutta, Czeſtmir).— In den Gedichten von Joh. Gabriel Seidl**)— geb. am 21. Juni 1804 zu Wien, ſtudirte Rechtswiſſenſchaft, ward 1829 Gym⸗ naſiallehrer zu Cylli in der ſüdlichen Steiermark, 1840 Cuſtos(Aufſeher) am k. k. Münz⸗ und Antikenkabinet zu Wien— ſpiegelt ſich meiſt innere Zufrieden⸗ heit und ein reines ſittliches Gemüth; nur fehlt es dem Dichter oft am gedräng⸗ ten Erfaſſen des Gedankens, wodurch eine Weitſchweifigkeit in der Ausführung entſteht, welche den vollen Pulsſchlag eines poetiſchen Herzens nicht herausfühlen läßt.(Nr. 201. 217). Das kleine Schanſpiel:„s letzti Fenſterl“ hat vielen Beifall gefunden.— Aeußerſt fruchtbar iſt Joh. Nepomuk Vogl**8)— geb. im Nov. 1802 zu Wien, wo er ſchon ſeit ſeinem 17. Jahre im Dienſte der niederöſtreichiſchen Landſtände lebt,— läßt jedoch bei der Fülle ſeiner Produk⸗ tionen gar oft die tiefere poetiſche Idee wie das bündige Erfaſſen und Behandeln des Stoffes außer Acht. Die Worte Menzel's:„Lieber mehr Geiſt und weniger Papier“ können dabei in vollſter Geltung gebraucht werden. Schön iſt Nr. 190: Ein Friedhofsbeſuch.— Einzelne ſchöne Gedichte lieferten auch Karl Beck(geb. 1817 zu Peſth, lebt in Berlin— namentlich ungariſche Nationalbilder:„Janko der ungariſche Roßhirt“), Eduard Duller(geb. 1809 zu Wien, lebt in Mainz—„der Fürſt der Liebe“), Ludwig Ang. Frankl(lebt in Wien— „das Habsburglied“), Moritz Hartmann(geb. 1821—„Nächtlicher Ritt“— „Von Ihr“ ꝛc., welches letztere wir als beſonders ſchön hierher ſetzen wollen:
Fern von Gottes Herzen, Ein geheimes Trauern Ihrem Heimatland, Winkt ihr himmelwärts, Iſt die Seele einſam Doch ihr fehlt Verſtändniß An die Welt gebannt. Für den eignen Schmerz.
*) Dichterb. 1r Bd., S. 107.—*) Dichterh. 3r Vd., S. 243.—***) Dichterh. 3r Bd., S. 391. Schenckel's Blüten, 2r Tbeil. Mte ſ. verm. Aufl. 28
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