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und der kleinſte Stoff, von ſeinem reinen poetiſchen Hauche beſeelt, zaubert die höchſte Wirkung hervor. Gewöhnlich aber beſiegt ſein Leichtſinn, ſein bitterer Spott, ſein ſcharfer, beißender Witz mitten im poetiſchen Erguß das beſſere Ge⸗ fühl in ihm und er verdirbt durch einen einzigen Zug ſeines Muthwillens den trefflichſten Eindruck ſeiner gelungenſten Dichtungen. Das, was Millionen ſeit ſo vielen Jahrhunderten heilig iſt, greift er mit zügelloſeſter Frechheit an, ſucht es in den Staub des gemeinen Lebens herabzuziehen, ſeinen Witz“daran zu üben und ſeinen Spott darüber auszugießen, wodurch er ſeinem Dichterruhme ſehr ſchadet. Ja er verſpottet ſogar oft ſeine eigenen Empfindungen, die ihm eine glückliche Minnte geboren, und macht ſich wohl auch luſtig über ſeine Gedichte, während er wieder anderwärts mit außerordentlicher Anmaßung von ſeinem wei⸗ ten Ruhme, ſeiner Anmuth, ſeinen Witzen, ſeinen göttlichen Gedichten c. ſpricht. — Heine's Liederſammlungen gleichen, um das Geſagte im Bilde kurz zuſam⸗ menzufaſſen, einem Walde mit hellſtrömenden Gebirgsbächen und eingeſumpften Gräben, kryſtallklaren Bergſeen und trüben Lachen, lieblichen Ruheplätzchen und düſtern, ſchauerlichen Gründen, zarten, lieblichduftenden Blumen und wuchern⸗ dem, übelriechenden Unkraut;
„Sein Herz gleicht ganz dem Meere,
Hat Sturm und Ebb und Flut, — Und manche ſchöne Perle
In ſeiner Tiefe ruht“.
Sein letztes Dichterwerk„Romancero“ iſt von dem Leichengeruch ſeines Krankenzimmers durchzogen, und zeigt(wie auch„Atta Troll“,„Deutſchland ein Wintermärchen“),„zu welcher bodenloſen Armſeligkeit Leichtſinn und Niederträch— tigkeit der Geſinnung einen ſonſt reichbegabten Geiſt herabbringen können“.
Neben Heine wäre Ludwig Börne(geb. den 22. Mai 1786 zu Frankfurt, ebenfalls jüdiſcher Abkunft, aber 1818 getauft, † 1837 zu Paris) zu ſtellen, den Hilleb. als einen„hochbegabten Geiſt, in intellektueller Hinſicht wahr und ſcharf, in ſittlicher voll Ernſt und gutem Willen“ charakteriſirt, und deſſen„Briefe aus Paris“ er als„proſaiſche Zorngedichte, voll der treffendſten politiſchen, ſocialen und literariſchen Wahrheiten“ bezeichnet, den wir aber hier als Proſaiker kaum nennen, viel weniger ausführlicher beſprechen dürfen.— Kurz müſſen wir auch ſein über Heinrich Laube(geb. den 18. September 1806 zu Sprottau, lebt jetzt als artiſtiſcher Direktor des Hoftheaters zu Wien), den„keckſten“ aus der Gruppe des jungen Deutſchlands, einen Schriftſteller mehr lebendig und beweglich, als tief und gründlich, wohl geiſtreich, aber ohne Tucht der Geſin⸗ nung und Ernſt des Gedankens,— der in ſeinen„Reiſenovellen“ mit viel ſprachlicher Gewandtheit den oben allgemein angedeuteten Beſtrebungen den vollſten Ausdruck verleiht;— über Karl Gutzkow(geb. 1811 zu Berlin, lebt jetzt in Dresden), den bedeutendſten und vielſeitigen Vertreter, ein begabtes Talent, der nur ſeine ſchriftſtelleriſche Thätigkeit zu ſehr zerſpaltet und„verzet⸗ telt“ um Großes zu leiſten. Bekannt ſind ſein Roman„der Ritter vom Geiſte“, und das Drama„Uriel Acoſta“. Ohne Betrachtung laſſen müſſen wir den ſchon erwähnten Ludolf Wienbarg(geb. 1802 zu Altona, lebt in Kiel, wo er früher Doecent der Aeſthetik war— ein kräftiger Geiſt, gediegen im


