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im brauſenden Chorgeſang der munteren Studenten, wie im ſtillen Kreiſe der Familie und auf der geoßen Heerſtraße im Zuge fröhlicher Handwerksburſche. Der deutſche Knabe wie der deutſche Jüngling und Mann, ſie ergötzen ſich alle Drei an der milden Heiterkeit ſeiner vortrefflichen Balladen und Romanzen, und an ſeinen einfachen, würdevollen, klaren, vaterländiſchen Gedichten, gegriffen aus der vollen Wirklichkeit und durchzogen von eherner Feſtigkeit, Schönheit, Mänu⸗ lichkeit und Tucht der Geſinnung.
Uhland hat das Lied und die Ballade auf ihre alte Einfachheit zurückge⸗ bracht und Stoff wie Form volksthümlich gewählt; ihm iſt es gelungen, ſich hoch und edel in der Dichtkunſt zu halten und doch allem Volke verſtändlich. Er ver⸗ dient daher auch den Namen eines deutſchen Volksdichters im höchſten Grade, trotz dem, daß ſogar außer einigen Namenloſen auch noch Kritiker von Bedeutung ihm den ſtillen Lorbeer von den Schläfen reißen wollten. Das Volk hat ihm die Dichterkrone auf's Haupt gedrückt und wird ihm auch dies koſtbare Geſchenk gegen die machtloſen Angriffe Unberufener und gegen die frevelhaften, ungerechten Ausfälle blaſſer Neider durch alle Zeiten hindurch zu bewahren wiſ⸗ ſen. Mit hoher Liebe und Verehrung ſtehen die ſchwäbiſchen Dichter um ihren großen Meiſter und Chorführer Uhland, der in den kleinſten Rahmen ein wun⸗ dervolles großartiges Gemälde zu faſſen weiß, das er mit den einfachſten Strichen hervorzaubert. Wohl verſenkt er ſich auch in die geheimnißvollſten Tiefen der Natur und in die Zeiten des thatkräftigen Mittelalters; aber immer erhebt er ſich wieder und bemeiſtert ſich vollends des Angeſchauten, das er uns verklärt vor die Augen ſtellt. Er verſteht die Sprache der Natur und verdollmetſcht ſie uns ſo herrlich und wahr. Unvergleichlich ſind ſeine Frühlingslieder, die ihm der ſanfte, ſüße Hauch weckt, der auch die Veilchen zur Blüte ruft(Nr. 1, 4, 5, 6, 7, 8, 9), von ganz eigenthümlicher Schönheit ſeine Wander⸗ und Geſellſchaftslieder.„Die verlorne Kirche“ erſchließt uns das gläubig fromme Gemüth des Dichters und gibt uns ſeine tiefe Sehnſucht nach dem reinen Chriſtenthum und dem Göttlichen zu erkennen; die„Kapelle“ ſtellt die Freuden und Leiden des Menſchen, ſowie die Vergänglichkeit alles Irdiſchen dar. Unerreicht iſt„des Schäfers Sonntagslied“(Nr. 700. In den„ſieben Zech⸗ brüdern“,„im Unſtern“ und in der„ſchwäbiſchen Kunde(Nr. 296) läßt Uhland ſeinen friſchen Humor walten.— Das Drama:„Ernſt von Schwaben“ iſt eine durch gedrungene Männlichkeit der Sprache, des Verſes und der Geſinnung ansgezeichnete Dichtung. Niedriger ſteht:„Ludwig der Baier“. Die„Sammlung alter hoch⸗ und niederdeutſcher Volkslieder“ iſt ebenfalls ſehr rühmend zu erwähnen.
Zur Ehre unſeres liebenswürdigen Dichters wollen wir ſchließlich noch die Worte Gutzkow's über denſelben anführen:„Uhland hat der Natur das Sonn⸗ tagskleid der Frende angethan, das Landſchaftsgemälde zum Liede zu vergeiſtigen gewußt. Er zog die Glocken der Kapellen, ſtellte Hirtenknaben auf die Berges⸗ gipfel und legte ihnen ſelige Lieder in den Mund. Er zauberte die Vergangen⸗ heit in verklärterer Geſtalt aus den Ruinen wieder auf, ließ noch einmal die alten Falken der Jagden ſteigen, ließ Sänger an den Pforten der Burgen um Einlaß klopfen, er zauberte uns Jungfrauen auf den grünen Plan und Königs⸗


