Abenteuerlichen und Wunderbaren an die Romantiker anlehnend. Seine Haupt⸗ dramen ſind:„Käthchen von Heilbronn“(1808), von dem Börne ſagt: „Es iſt Mark darin und Geiſt und Schönheit; es iſt ein Edelſtein, nicht unwerth, an der Krone des britiſchen Dichterkönigs zu glänzen“, und:„Der Prinz von Homburg“(1811), das Tieck mit den Worten beurtheilt:„In keiner ſeiner Dichtungen hat der Verfaſſer ſo klar und rein die Fülle ſeines Geiſtes ab⸗ geſpiegelt, keines ſeiner Schauſpiele rundet ſich ſo ab und befriedigt ſo alle Er⸗ wartungen, die es erregt“. Minder bedeutend ſind:„Die Familie Schroffenſtein“ — Kleiſt's erſtes Stück—„Phenteſilea“,„Hermannsſchlacht“,„Der zerbrochene Krug“. Schön zu nennen iſt die Novelle:„Michael Kohlhaas“. Heinrich Joſeph von Collin, geb. den 26. December 1772 zu Wien, wo er auch als Hofrath 1911 ſtarb, ſucht„Schiller'ſche Manier mit den Weiſen der Romantik“ zu verſchmelzen, hat aber bei mangelnder Originalität und Phantaſie nicht viel Bedeutendes zu Stande gebracht. Die an rhetoriſchem Pathos und Worten rei⸗ chen, aber an Poeſie armen Stücke„Regulus“,„Cariolan“ ꝛc. machten einige Zeit Aufſehen, verfielen aber bald der Vergeſſenheit. Länger, bis auf unſere Zeit herab, hat die Ballade:„Kaiſer Max auf der Martinswand“ einigen Ruhm behauptet*). Auf dem Boden der Kotzebue⸗Ffflandiſchen Manier wurzeln die nebenbei„mit den Blumen der Romantik“ geſchmückten Stücke von Adam Gott⸗ lieb Oehlenſchläger, geb. den 14. November 1779 in einer Vorſtadt Kopen⸗ hagen's, hörte in Halle Vorleſungen über Philoſophie, beſuchte dann Berlin, Weimar, Paris und verſchiedene Städte Italiens und ward nach ſeiner Rückkehr Profeſſor der Aeſthetik in Kopenhagen, wo er vor 3 Jahren(1850) ſtarb. Von ſeinen dramatiſchen Produktionen, denen„genialer Einblick in die Tiefe der menſchlichen Natur, Energie des Fühlens und Denkens, plaſtiſch gediegene und kraftgetragene Darſtellung“ abgeht, ſeien„Hakon Karl“,„Aladin oder die Wunderlampe“,„Apel und Walburg“ und„Correggio“ hier hervorgehoben.
Friedrich Ludwig Zacharias Werner,— geb. den 18. Novbr. 1768 zu Königsberg, ſtudirte Jurisprudenz, ward Kammerſeeretär zu Warſchan, dann geh. Secretär zu Berlin, von wo aus er Reiſen durch Deutſchland, Frankreich und Italien unternahm. In Rom zum Katholicismus übergetreten, ward er Prieſter und lebte als ſolcher zu Wien, wo er 1823 ſtarb,— eröffnet durch ſeinen„24. Februar“ die Reihe der Schickſalstragödien, die ſchon in Schil⸗ ler's„Braut von Meſſina“ vorgebildet, von Adolf Müllner, Grillparzer und Houwald gepflegt und herausgebildet werden.
Amadeus Gottfried Adolf Müllner, geb. am 18. Oktober 1774 zu Langendorf bei Weißenfels, wo er ſpäter als Advokat lebte und 1829 ſtarb, ſchrieb als Gegenſtück zu Werner's 24., ſeinen„29. Februar“, bei dem, wie auch bei der„Schuld“**),„König Tngurd“, der„Albaneſerin“ ꝛc. Müllner's eigener Lob⸗ ſpruch:„daß ſeine Tragödien ſich durch ſinnreiche Erfindung der Fabel und ge⸗ ſchickte Behandlung derſelben zur Verſinnlichung des Hauptgedankens, durch feſte
*) Matibäus v. Collin, Bruder des Genannten,(1779— 1824), von dem in Bezug auf ſeine dramatiſche Leiſtungen das Wort gilt:„das Wollen habe ich zwar, aber an Kraft zum Vollbringen fehlts“, dürfen wir füglich übergehen.—**) A. W. Schlegel ſchließt eine Recenſion darüber mit den Worten Schiller's:„der Uebel größtes iſt die Schuld“.


