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Hölderlins mit einer zartbeſaiteten Aeolsharfe, die erſt leiſe melodiſch vom Winde bewegt, dann vom Sturm gepackt und unter furchtbaren, doch immer noch ſchönen Klängen zerriſſen wird. Seine Gedichte, aus dem innerſten Herzen entſprungen, zeichnet reine, oft wahrhaft antike klaſſiſche Form, Klarheit und Lieblichkeit in der Schilderung, wie tiefergreifende Wehmuth aus. Wir erinnern außer: Der gefeſſelte Strom(Nr. 137) an: Der Neckar— Heidelberg— Die Eichbäume— An den Aether— Die Heimat ꝛc. Das unvollendete Trauerſpiel:„Der Tod des Empedokles“ und der Roman:„Hyperion oder der Eremit in Griechenland“ ſind Hölderlins größere Dichtungen und zeigen ebenfalls ſeine„geniale Groß⸗ artigkeit“.
§. 42. Das Epos der romantiſchen Schule vertreten: Ernſt Konvad Friedrich Schulze*), geb. am 22. März 1789 zu Celle, ſtudirte in Göttingen Philologie und wollte ſich zum Lehrer der alten Sprachen und ſchönen Literatur ausbilden. Nach vollendeten Studien wurde er Privatdocent der Philologie in Göttingen, machte 1814 unter den freiwilligen Jägern den Feldzug zur Befreinng ſeines Vaterlandes mit, und ſtarb, kaum 28. Jahre alt, am 26. Juni 1817 in ſeiner Vaterſtadt Celle.— Schulze iſt ein Minneſänger im echtromantiſchen Sinne, dem an Zartheit, Süße und Wohlaut keiner ſeiner Zeitgenoſſen gleich kam, und der durch Kultur und Klaſſik der Sprache und metriſchen Formen unter den epiſchen Dichtern der neueren Zeit ſich den erſten Preis erworben hat in ſeiner„Cäcilie“, welche die Bekehrung der heidniſchen Dänen zum Chriſten⸗ thum behandelt, und der„bezauberten Roſe“, gleich ausgezeichnet durch vollendete Form, als Zartheit der Erfindung und Klarheit, Durchſichtigkeit und Zauberduft der Durchführung. Gleich melodiſch und ſchön ſind viele von Schulze's Liedern, die weit größerer Beachtung verdienten, als ihnen bis jetzt geworden iſt.
Friedrich Baron de la Motte Fouqué, geb. am 12. Februar 1777 zu Brandenburg, kämpfte anfangs als Lieutenant, dann als Rittmeiſter 1813 den Freiheitskrieg mit, nahm ſpäter ſeinen Abſchied, hielt eine Zeitlang zu Halle Vorleſungen über Poeſie und ſtarb 1843 zu Berlin.— Fouque, von A. W. Schle⸗ gel 1804 unter dem Namen Pellegrin in die Oeffentlichkeit eingeführt, von Jean Panl als der„tapfere Dichter“ charakteriſirt, ſucht in ſeinen Epen:„Corana“, „Bertrand du Gueselin“ ꝛc. das Mittelalter poetiſch zu verherrlichen und mit„der bunten Pracht einer glänzenden Phantaſie“ zu umkleiden, wobei jedoch eine ge⸗ wiſſe Geziertheit, Künſtelei und Kälte unangenehm berührt. Nur kurz an ſeine Dramen:„Der Held des Nordens“(Siegfried) ꝛc., au ſein Märchen„Undine“ und ſeine Lieder: Am gewaltigen Meer(Nr. 171),— Friſch auf zum fröh⸗ lichen Jagen ꝛc. kurz erinnernd, erwähnen wir noch den„farbenprächtigen“, ſeiner Zeit viel geleſenen Roman:„Der Zauberring“, um daran die weiteren namhaften Romanſchreiber und Novelliſten unter den Romantikern anzuknüpfen. Als ſolche ſind zu nennen: Ernſt Wagner, geb. am 2. Februar 1769 zu Roßdorf bei Meiningen, ſtudirte in Jena Jurisprudenz, ward Gerichtsactuar zu Roßdorf, dann Cabinetsſecretär zu Meiningen und ſtarb daſelbſt 1812. Zu ſeinen Romanen: Willibalds Anſichten vom Leben— Der reiſende Maler— Die Reiſen aus der
*) Dichterhalle Bd. 3, S. 201.


