Und ſchmück Jung und Alt mit frumme Sitten und Thate!“
Drüber ſchnurrts im Thurn in alli Räder am Schlagwerk,
Und wie's Zwölfi ſchlacht, ſo ſtellt er's Blüebli an Bode,
Wie der Engel ſo ſchön, und wie der Morge ſo lieblig,
Und ſeit:„Das walt Gott! Jez gang uf eigene Füeße!
Gib mer frei wohl Acht zum güetige Fürſten in Karlsrueh,
Zue de Friburger Here, und zue de Landen im Brisgau,
Aß ſie kei Leid erfahre, und bringene Freuden und Gſundheit!“
Süeß, wie Sunneblick, het's Büebli glächlet und Jo! gſeit').
Aber mittem letzte Schlag im luftige Chilchthurm
Goht er in große Schritte's Dorf us, und gegenem Rhi') zue,
Alliwil“) gſchwinder und größer, und alliwil bleicher und dünner,
Wiene Nebelduft am Feldberg oder am Belche.
Und wie nootno*) in der Mitternacht dGlocke verbrummt het,
het ſi der Duft verzoge, und iſch vergangen und weg gſi.—
Chunnſch*) bald mitem Strumpf?'s zieht alliwil ſchärfer und chüeler.
Wenn i lang verzehl, ſtohſché) lang do ummen*) und gohſch nit. Joh. Peter Hebel.
63. Des neuen Jahres Morgengruß.
Der Morge will und will nit cho“), Es rüehrt ſi nüt. Sie ſchlofe no.— Und woni los“), ſchloft Alles no; Nei, lueg, es ſitzt e Spätzli do; J weck ſie nit, ſo lang ich cha), Du arme Tropf biſch übel dra, F lueg e wengeli d'Gegnig an). Was gilts, er het e Wibli g'ha), Zeig, Wülkli, mach jez keini Streich! Und druf iſch Noth und Mangel cho ¹*), Der Mond ſchiint ohni das ſo bleich. Sie hen ſie müeße ſcheide lo N
Kei Blüemli roth, kei Blüemli wiiß! Zez het er e bitrüebti Sach, An alle Bäume nüt als Ris, Kei Frau, kei Brot, kei Dach und Fach, Umalli Brunntrög Strau*) und Strau, Und ſtoht er uf, ſo ſpot er mag, Vor Chellerthür und Stallthür au. Se ſeit em niemes*⁵) guete Tag; Mi Vetter hets drum ſölli³) g'macht, Und niemes ſchnidt em d'Suppen i. Und lauft jez furt in dunkler Nacht. Wart, Bürſtli), dir mueß g'hulfe ſy.
Das Ding das muß mer anderſt cho! Es rüehrt ſi nüt. Sie ſchlofe no— bi der Ma“), und's blibt nit ſo. Ne gattig Chilchli hen**) ſie do, Die Gärte müen mer g'ſüfert ſis), So ſufer*³), wie in menger Stadt. Aurikeli und Zinkli dri, S iſch Sechſi uffem Zifferblatt. Und neui Blüeten alli Tag, Der Morge chunnt. By miner Treu, Was Hurſt und Naſt ²) vertrage mag. Es friert ein bis in Mark und Bei.
1) geſagt.— 2) Rhein.— 3) immer.— 4) nach und nach.— 5) Kommſt.— 6) ſtehſt.— 7) herum. — 8) kommen.— 9) wo ich lauſche(horche).— 10) kann.— 11) Ich ſeh ein wenig die Gegend an.— 12) Stroh.— 13) arg.— 14) Mann.— 15) müſſen wir geſäubert ſein.— 46) Strauch und Aſt— 17) Weibchen gehabt.— 18) gekommen.— 19) laſſen.„Nach Verſicherung der Naturforſcher zieht das Weibchen des gemeinen Finken, beſonders aus den nörblichen Gegenden, gleich andern Zugvögeln in ein milderes Klima, und nur die Männchen bleiben zurück. Daher die naturhiſtvriſche Benennung Fringilla caelebs.“(Hebel.)— 20) Riemand.— 21) Birſchlein.— 22) Ein paſſendes(ſchöngebautes) Kirchlein haben.— 23) ſauber.
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