Druckschrift 
Blüten deutscher Dichter nebst Poetik und Literaturgeschichte ... / bearb. von J. Schenckel
Entstehung
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34 Für mi Alter, doch mit Zucht, und eimol iſch keimol. Will mer Geiſter erblicke, und heilige Sachen erfahre, Mueß me, wenns Zwölfi ſchlacht, nicht in de Federe liege. Nu mer hen is¹) verſpötet mit allerhand fründlige Gſpräche Z'Heiterſche an der Stros, und Uhr und Zeiger iſch gſtande; D' Uhr het im alte Johr no welle ne wengeli Friſt geh, Oder hani's*) verhört.Guet Nacht, ihr Nochbere, ſagi, Mi Weg wird am wilitſchte ſy go) Chrotzige, ſagi, Gebis ²) Gott e glücklich Johr und frendige Sinne! Das geb Gott der Her, ſo ſage die Anderen,und ſchick di, Suſt trapiert) di der Geiſt no näumen), eb de deheim biſch, Wo mit ſim Chind im Arm am letzte Dezember an d'Stros ſtoht. DPoſtchnecht wiſſe's alli, und rite lieber e Feldweg. S iſch ſo cho, und zmitts im Dorf, und woni ums Eck gang, Nebe's Laveris Huus, bim Blueſt), do ſtoht er am Brunne, Gros bis faſt ans Dach und inneme duftige Mantel, Gwoben us Wulken und Liecht, und mitteme Bändel im Chnopfloch, Und het in den Armen und halber im Mantel verborge Wünderſchön e Büebli gha mit fründligen Auge, Chüßts und lächlets a us ſinen ernſtlige Mine, Wie us nächtligem Gwülch der Vollmond lieblig in d Welt luegt. Siehſch mi nit, ſo thueſch mer nüt ſo denki und weih mi Mit em heilige Chrütz, und ſtell mi hinter de Brunnſtock, Und will loſes), was er ſeit), und wienerem*) zueſpricht. Wenig hani ¹) z'erſt verſtande;'s Waſſer het brunſchet Us de Röhre in Trog und us em Brunntrog ins Gräbli. Chilchhof hani verſtande undNüt*) darf ewige Bſtand ha UndZetz gohſch*³) in d'Welt mit dine Schmerzen und Freude. Theil ſie verſtändig us, und was i nimme cha ſchlichte Bring zum gueten End. Si hen e frendige Herbſt gha. Trinkt ein z'viel, und ſitzt er lang im nächtlige Wirthshuus, Gang*), und bietem heim, und führen, daß er kei Bei bricht! Nimm di der Armueth a, und ſorg mer für Wittwe und Waiſe, Mach mer die Chranke gſund. Die brave Soldate han ich no Mit Trumpet' und Pauken und Ehrechränzen ins Land gefüehrt. Loß du Freuden und Tanz und Aepfelchüechli nit fehle, Wenn ſie im Urlaub ſin deheim bi Vater und Muetter. Seig kei Fabelhans, und denk nit, wil e Kometſtern Duftig am Himmel hangt, ſo müeßiſch Feldzug und Schlachte, Hungersnoth und Sterbet bringe, Zetter und Elend. S iſch mi Ehreſtern. Siehſch nit mi Bändel im Chnopfloch? Roſeroth iſch Freud, und Grüen iſch liebligi Hoffnig. Gang, verdien der au ſo ein mit dine Merite,

1) wir haben uns. 2) habe ichs. 3) weiteſten ſein gen. 4) Geb uns. 5) ſonſt ertappt

dich. 6) irgendwo. 7) Ein Ausdruck der Verwunderung. 8) horchen. 9) ſagt. 10) wie er

ihm. 11) habe ich. 12) NRichts. 13) gehſt. 14) Geh.