Des Herbſtes Segen auf dem Tiſche, Und Freud und Frieden in der Bruſt,— Die Lieben all in engem Raume,—
O Glück! o ſelig ſtille Luſt!
All die Gedanken, die zur Ferne Sonſt wild geſchweift hinaus, hinaus,— Sie kehren froh und friedlich wieder In meines Herzens ſtilles Haus;
Drin wird es warm und klar und helle, Kein Sehnen ſtört die milde Ruh;
Des Herbſtes Frieden in dem Herzen,
So eil ich froh dem Dörflein zu. Gg. Ch. Dieffenbach.
48. Herbſt.
Trübe Wolken, Herbſtesluft, Todeskühl der Winter naht; Einſam wandl ich meine Straßen, Wo ſind, Wälder, eure Wonnen? Welkes Laub, kein Vogel ruft— Fluren, eurer vollen Saat Ach, wie ſtille! wie verlaſſen! Goldne Wellen ſind verronnen!
Es iſt worden kühl und ſpät, Nebel auf der Wieſe weidet, Durch die öden Haine weht Heimweh;— Alles flieht und ſcheidet.——— Nikol. Lenau.
49. Herbſtlied. Es ſchleicht um Buſch und Halde Du brachſt am Lebensſteige
Der Sonnenſtrahl ſo matt, Die Früchte, die er bot, Im herbſtlich ſtillen Walde Der Jugend Roſenzweige,
Fällt langſam Blatt um Blatt. Der Minne Himmelsbrot.
Die Welt verſinkt in Todesruh, Doch endlich wird des Windes Raub
Was iſts denn mehr? Auch du, auch du, Die letzte Lieb, das letzte Laub.
Mein Herz, du findeſt balde So neige dich, o neige
Die rechte Lagerſtatt. Dich lächelnd in den Tod. Emanuel Geibel.
50. Nachruf.
Zu meinen Füßen ſinkt ein Blatt, O wie vergänglich iſt ein Laub, Der Sonne müd, des Regens ſatt; Des Frühlings Kind, des Herbſtes Als dieſes Blatt war grün und neu, Raub!
Hatt' ich noch Eltern lieb und treu. Doch hat dies Laub, das niederbebt, Mir ſo viel Liebes überlebt. Ludw. Uhland. =—


