Druckschrift 
Blüten deutscher Dichter nebst Poetik und Literaturgeschichte ... / bearb. von J. Schenckel
Entstehung
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Potz tauſig,'s Chind iſch au verwacht; Lueg, was es für e Schnüfli macht! Es lächlet, es weiß nüt dervo. Siehſch, Friederli, wie's usſieht do? Der Schelm het no ſi Gfalle dra. Gang ¹), richt em eis ſi Päppli) a! Joh. Peter Hebel.

c) Herbſt.

Du feuchteſt die Berge von oben her; du machſt das Land voll Früchte, die du ſchaffeſt. Du läſſeſt Gras wachſen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menſchen, daß du Brot aus der Erde bringeſt und daß der Wein erfreue bes Menſchen Herz und ſeine Geſtalt ſchön werde vom HOele und das Brot des Menſchen Herz ſtärke.

Pſalm 104, 13 15.

39. Septembermorgen.

In Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wieſen: Bald ſiehſt du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverſtellt, Herbſtkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen. Eduard Mörike.

40. Herbſtgefühl.

Fetter grüne, du Laub, Des holden Himmels Am Rebengeländer Fruchtende Fülle; Hier mein Fenſter herauf! Euch kühlet des Mondes Gedrängter quellet Freundlicher Zauberhauch, Zwillingsbeeren und reifet Und euch bethauen, ach Schneller und glänzend voller! Aus dieſen Augen Euch brütet der Mutter Sonne Der ewig belebenden Liebe Scheideblick, euch umſäuſelt Vollſchwellende Thränen.

Joh. Wolfg. v. Gvethe.

41. Herbſtlied. Ach in dieſen blauen Tagen, Leichter Schlaf und klarer

Die ſo licht und ſonnig fließen, Morgen Welch ein inniges Genießen, Wiſſen Nichts von bangen Sorgen, Welche ſtillverklärte Ruh! Und die Seele ſchweift beflügelt

Heiter iſt das Blut gezügelt, ZJeder lieben Stelle zu.

1) Geh. 20 Brei.