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Blüten deutscher Dichter nebst Poetik und Literaturgeschichte ... / bearb. von J. Schenckel
Entstehung
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22 Urahne, Großmutter, Mutter und Kind Vom Strahl miteinander getroffen ſind; Vier Leben endet Ein Schlag

Und morgen iſts Feiertag. Guſſt av Schwab.

38. Das Gewitter. Der Vogel ſchwankt ſo tief und ſtill, O, ſiehſch die helle Streife dört?

Er weiß nit, woner ane ¹) will. O los! heſch nit das Raßle ghört? Es chunnt) ſo ſchwarz u. chunnt ſo ſchwer, Es chunnt. Gott wellis ³) gnädig ſy! Und in de Lüfte hangt e Meer Göhnt weidli ¹), hänket d'Läden i!

Voll Dunſt u. Wetter. Los 9), wie's ſchallt S iſch wieder akurat wie vern ³0). Am Blauen*), und wie's wiederhallt! Guet Nacht, du ſchöni Weizen⸗Ern.

In große Wirble fliegt der Staub Es ſchettert uffem Chilchedach*); Zum Himmel uf, mit Halm und Laub, Und vorem Hus, wie gäutſchts im Bach Und lueg*) mer dört ſel Wülkli a! Und loßt nit no das Gott erbarm; J ha ke große G'falle dra; Jez ſimmer*²) wieder alli arm. Lueg, wie mers uſenander rupft, Zwor hemmer*) au ſcho gmeint,'s ſeig ſo, Wie üſereis), wenns Wulle zupft. Und doch iſchs wieder beſſer cho ²).

Se helfis*) Gott und b'hüetis Gott! Lueg,'s Büebli ſchloft no allewil, Wie zuckts durs G'wülch*) ſo füürigroth, Und us dem Hagle machts nit viel! Und's chracht und tost, es iſch e Grus, Es denkt:Vom Briegge**) loßts nit no, d'Fenſter zitteren und's Hus! Er wird mi Theil ſcho übrig lo*¹). Lueg's Büebli in der Waglen) a! He jo,'s het au, ſo lang i's ha,

Es ſchloft und nimmt ſi nit drum a. Zu rechter Zit*) ſi Sächli gha ²).

Sie lüte) z'Schlienge druf und druf, O gebis*³) Gott e Chinderſinn!

Je, und's hört ebe doch nit uf. S iſch große Troſt und Sege drinn. Sel bruncht me gar, wenns dundere ſoll, Sie ſchlofe wohl und traue Gott, Und's lütet eim no d'Ohre voll. Wenns Spieß und Nägel regne wott*),

O, helfis Gott! Es iſch e Schlag! Und er macht au ſi Sprüchli wohr Dört, ſiehſt im Baum am Gartehag? Mit ſinen Englen in der G'fohr.

Lueg,'s Büebli ſchloft no alliwil ¹²) Wo iſch das Wetter ane cho? Und us dem Dundere machts nit viel. D' Sunn ſtoht am heitre Himmel do. Es denkt:Das ficht mi wenig a, Siſch ſchier garz'ſpot, doch grüeß di Gott! Er wird jo d'Auge bynem ha.He, ſeit ſi,nei,'s iſch no nit z'ſpot, Es ſchnüfelet, es dreiht ſi hott ¹²) Es ſtoht no menge*) Halm im Bah ²*) Ufs ander Oehrli. Gunn*) ders Gott! Und menge Baum, und Oepfel dra.

U wo er hin. 2) kommt. 3) Horch. 4) Der Blauen iſt ein 3600 hoher Berg im Schwarz⸗

wald. 5) ſieh. 6) unſereins. 70 hilf uns. 8) Gewölk. 9) Wiege. 10) läuten. 11) immer fort. 12) es dreht ſich rechts. 13) Gönn. 14) woll uns. 15) Geht ſchnell. 16) früher, voriges Jahr. 170 Kirchendach. 18) ſind wir. 19) haben wir. 20) gekommen. 21) Weinen. 22) laſſen. 23) Zeit. 24) gehabt. 25) gib uns. 26) wollte. 27) mancher. 28) Bann, Gemarkung.

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