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Blüten deutscher Dichter nebst Poetik und Literaturgeschichte ... / bearb. von J. Schenckel
Entstehung
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Und wie es durch die Lande dringet, O Nacht, wo ſolche Geiſter wallen,

Da möchte Alles Bote ſein; Im Mondenſchein, auf lauer Luft;

Ein Vogel es dem andern finget, O Nacht, wo ſolche Stimmen ſchallen Und alle Bäume rauſchen drein; Durch lauter reinen Blütenduft;

Und durch den Himmel geht ein Winken O Sommernacht, ſo reich an Frieden, Und auf der Erde nah und fern, So reich an ſtiller Himmelsruh:

Die Ströme heben an zu blinken, Wie weit zwei Herzen auch geſchieden,

Und Stern verkündet es dem Stern. Du führeſt ſie einander zu! Robert Reinick.

35. Sommerlied. Blaue Berge! Weiße Wölklein ſteigen auf, Von den Bergen ſtrömt das Leben, Ziehn dahin im ſtillen Lauf, Reine Luft für Menſch und Vieh; Gottes Schäflein gehn zur Weide.

Waſſerbrünnlein ſpät und früh Herzensfrieden, Müſſen uns die Berge geben. Woll ihn Gott uns Allen geben! Friſche Matten! O dann iſt die Erde ſchön!

Grüner Klee und Dolden ſchießen, In den Gründen, auf den Höhn, An dem Grashalm ſchlank und fein Wacht und fingt ein frohes Leben. Glänzt der Thau wie Edelſtein, Schwarze Wetter Und die klaren Bächlein fließen. Ueberziehn den Himmelsbogen,

Schlanke Bäume! Und der Vogel ſingt nicht mehr; Muntrer Vögel Melodeien

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beinen e Und die wilden Waſſer wogen. Singen laut des Schöpfers Preis; Rothe Blitze

Kirſche, Birn und Pflaum gedeihen. Zucken hin und zucken wieder, Leuchten über Wald und Flur.

Grüne Saaten! Bange harrt die Creatur; Aus dem zarten Blatt enthüllt ſich Donnerſchläge ſtürzen nieder. Halm und Aehre, ſchwanket ſchön, Gut Gewiſſen Wenn die milden Lüfte wehn, Wer es hat it e Und das Körnlein wächſt und füllt ſich. In den Blitz dem Belericht An dem Himmel Schaut er, und erbebet nicht,

Strahlt die Sonn im Brautgeſchmeide, Wenn der Grund der Erde krachet. Joh. Peter Hebel.

36. Das Gewitter. Noch immer lag ein tiefes Schweigen Der Himmel donnert ſeinen Hader; Rings auf den Höhn; doch plötzlich fuhr Auf ſeiner dunklen Stirne glüht Der Wind nun auf zum wilden Reigen, Der Blitz hervor, die Zornesader,

Die ſauſende Gewitterſpur. Die Schrecken auf die Erde ſprüht. Am Himmel eilt mit dumpfem Klange Der Regen ſtürzt in lauten Güſſen. Herauf der finſtre Wolkenzug. Mit Väumen, die der Sturm zerbrach,

So nimmt der Zorn im heißen Drange Erbrauſt der Strom zu meinen Füßen; Den nächtlichen Gedankenflug. Doch ſchweigt der Donner allgemach.