18 So weit, ſo weit das Auge reicht Und wogen ſtill und feierlich Herrſcht ſtiller Gottesfrieden, Voll Andacht hin und wieder!
Und Alles ruht und Alles ſchweigt O, hohe, heilge Himmelsruh! Als wandelt Gott hienieden. Geheimnißvolles Wallen!
Wie zum Gebete neigen ſich Ich muß vor dir, du Vater, du, Die goldnen Halme nieder, Anbetend niederfallen!
Gg. Ch. Diefſenhach.
31. Es regt auf dem reifenden Korngefild ꝛc.(655 Es regt auf dem reifenden Korngefild Hier wohnet ſie in Demuth ſtill, Sich kaum ein Lüftchen leis und mild; Doch, wenn ſie zum Schöpfer reden will, Wie fromme Beter, ſtill beglückt, Schwingt ſie ſich auf und ſingt ihr Lied, Im Gotteshauſe ſtehn gebückt: Wo ſie nur Gottes Auge ſieht, So ſcheinen, von ihrem Segen trunken, Und wer ſie höret ihr Hochamt halten,
Die Aehren im Gebet verſunken. Den drängt es, betend die Hände zu falten. Und zwiſchen ihnen dort und hier Dein Segen, Herr, wie reich und Der blauen Blümchen ſüße Zier, hold,
Als ob ein jedes hold und hehr Wie lacht und glänzt der Aehren Gold! Ein Liebesblick des Himmels wär; O, gib den Armen ihr täglich Brot, Drum mag die Lerche mit frommem Und lindre ihre Sorg und Noth,
. Vertrauen Daß froh, wie Lerchenſänge ſchweben, Bei ihnen gern ihr Neſtlein bauen. Sich Aller Seelen zu dir erheben!
Julius Hammer.
32. Im Sommer. Durch des Kornes enge Gaſſen Und der blaue Himmel webet Langſam zieh ich wohl einher, Sich herunter licht und warm, Wenn die Aehren all erblaſſen Und die ganze Erde ſchwebet
Von verborgnem Segen ſchwer; Bräutlich ſtill in ſeinem Arm; Und ſo wandl ich hin und ſinne, Ach, inbrünſtig füßes Neigen, Und weiß nicht, was ich beginne. Innig Sehnen, glühend Schweigen!
Julius Moſen.
33. Der Sommerabend.
O, lueg) doch, wie iſch d'Sunn ſo müed, S iſch wohr, ſie het au übel Zit*), Lueg, wie ſie d'Heimeth abezieht! Im Summer gar, der Weg iſch wit, O lueg, wie Stral um Stral verglimmt, Und Arbet findt ſie überal
Und wie ſie's Fazenetli) nimmt, In Hus*) und Feld, in Berg und Thal.
E Wülkli, blau mit roth vermüſcht, S will Alles Liecht und Wärmi ha, Und wie ſie an der Stirne wüſcht. Und ſpricht ſie um e Segen a.
1) ſieh.— 2) Sacktuch.— 3) Zeit.— 4) Haus.
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