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Die Bächlein rauſchen in dem Sand Und malen ſich und ihren Rand Mit ſchattenreichen Myrten,
Die Wieſen liegen hart dabei Und klingen ganz von Luſtgeſchrei Der Schaf und ihrer Hirten.
Die unverdroßne Bienenſchar Zeucht hin und her, ſucht hier und dar Ihr edle Honigſpeiſe;
Des ſüßen Weinſtocks ſtarker Saft Kriegt täglich neue Stärk und Kraft In ſeinem ſchwachen Reiſe.
Der Weizen wächſet mit Gewalt,
Darüber jauchzet Jung und Alt, Und rühmt die große Güte Deß, der ſo überflüſſig labt, Und mit ſo manchem Gut begabt
Das menſchliche Gemüthe.
Ich ſelbſten kann und mag nicht ruhn, Des großen Gottes großes Thun Erweckt mir alle Sinnen:
Ich ſinge mit, wenn Alles ſingt,
Und laſſe, was dem Höchſten klingt, Aus meinem Herzen rinnen.
Ach, denk ich, biſt du hie ſo ſchön, Und läßt dus uns ſo lieblich gehn Auf dieſer armen Erden;
Was will doch wohl nach dieſer Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und güldnen Schloſſe werden?
Welch hohe Luſt, welch heller Schein Wird wohl in Chriſti Garten ſein? Wie muß es da wohl klingen,
Da ſo viel tauſend Seraphim Mit eingeſtimmtem Mund und Stimm Ihr Alleluja fingen?
O wär ich da! O ſtünd ich ſchon, Ach, ſüßer Gott! vor deinem Thron, Und trüge meine Palmen!
So wollt ich nach der Engelweiſ⸗ Erhöhen deines Namens Preis Mit tanſend ſchönen Pfalmen.
Doch will ich gleichwohl, weil ich noch
Hier trage dieſes Leibes Joch, Auch nicht gar ſtille ſchweigen; Mein Herze ſoll ſich fort und fort An dieſem und an allem Ort
Zu deinem Lobe neigen.
Hilf nur und ſegne meinen Geiſt Mit Segen, der vom Himmel flenßt, Daß ich dir ſtetig blühe!
Gib, daß der Sommer deiner Gnad In meiner Seelen früh und ſpat Viel Glaubensfrücht' erziehe.
Mach in mir deinem Geiſte Raum, Daß ich dir werd ein guter Baum, Und laß mich wohl bekleiben: Verleihe, daß zu deinem Ruhm Ich deines Gartens ſchöne Blum Und Pflanze möge bleiben.
Erwähle mich zum Paradeis Und laß mich bis zur letzten Reiſ An Leib und Seele grünen:
So will ich dir und deiner Ehr Allein, und ſonſten Keinem mehr, Hier und dort ewig dienen.
Paul Gerhardt.
30. Sommerſtille. 686)
Die Sonne brennt,— des Himmels Blau
Erglänzt ſo hell dort oben!
Voll goldner Saaten glänzt die Au Mit Wieſengrün durchwoben. Schenckel's Blüten, 2r Theil.
So feierlich darüber geht Geheimnißvolles Wallen! Es rauſcht kein Blatt, kein Lüftchen weht, Kein Vogellied will ſchallen!
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