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Jetzt öffnet ſich der Erdenſchooß, Die brünnlein frölich ſpringen; Jetz laub vnd graß ſich geben blos, Die pfläntzlein anher dringen. Wer wird die kräuter mannichfalt In zahl ond ziffer zwingen, Welch vns der Sommer mit gewalt Ans liecht wird ſtündlich bringen? O Gott ꝛc.
Die Blümlein, ſchaw, wie trettens an,
Vnd wunderſchön ſich arten! Violen, roſen, tulipan,
All kleinod ſtoltz in garten, Jacynthen vnd Gamanderlein, Dan ſaffran ond Lauendel;
Auch ſchwertlein, gilgen, nägelein, Narciß vnd ſonnenwendel.
O Gott ꝛc.
Ey da, du gülden Keyſers Cron, Auß vilen außerkohren,
Auch tauſent⸗ſchon vnd widerton, Naſturtz ond ritterſporen,
Je lenger lieber, ſonnentaw, Baſilien, Brunellen,
Agleyen auch vnd Bärenklaw, Dan Monſam, glock ond ſchellen. O Gott ꝛe.
Mein, ſaget an, ihr Blümlein zart, Vnd laßt michs ja doch wiſſen, Weil ihr an euch kein farb geſpart, Wer hat euch vorgeriſſen?
Wo nahmet jhr das muſter her, Davon jbr euch copeyet?
Das fürbild wolt ich ſchawen ger, Welchs jhr hatt conterfeyet.
O Gott ꝛc.
Wer mag nun je gebohren ſein, So reich von ſcharffen ſinnen,
Der auch daß gringſte pfläntzelein Nur ſchlechtlich dörfft beginnen?
Die wahrheit ſag ich rund vnd glatt, Dann würd all ſinn zerrinnen,
Wer nur auch dächt ein eintzig blat, Anß menſchen kunſt erſpinnen.
O Gott ꝛc.
Daß feld vnd wieſen feucht vnd feiſt Mit bächlein vil zerſpalten,
Die Sonn wann ſie vorüber reiſt, Mit jhrer ſchön auffhalten:
Nun wundert ſich der Himmel ſelb Wie zierlich vnderſtralet
Mit gras, vnd früchten, grün, vnd gelb Daß erdreich ſich gemahlet.
O Gott ꝛc.
Wer treibet auß getreid, vnd gras,
Wer lockets an die Sonnen?
Weils in der erd verwirret ſaß,
Wer hats hinauß geſponnen?
Wer ſcherfft den ähren jhre ſpitz? Wer thut die kernle zählen?
Wo nemmens doch die kunſt vnd witz, Daß nie der art verfehlen?
O Gott ꝛc.
Die ſtoltze Bäum in wälden wildt, Seind zierlich außgebreitet,
O nur auß erd geſchnitzte bildt! Ohn werck vnd zeug bereitet!
Wer that in lufft euch richten auff? Wer gab daß grün den zweigen? Wo war ſo viel der farb zu kauff? Für wunder muß ich ſchweigen.
O Gott ꝛc.
Bald auch die zahm, vnd fruchtbar bäum Sich frewdig werden zieren Mit weichem obs, mit kinder träum, Nuß, äpffel, kirſch⸗ vnd biren.
Die biren gelb, die äpffel roth, Wie purpur die Granaten,
Die pferſich bleich wie falber todt, Die kirſchen ſchwarz gerathen.
O Gott ꝛ.
Daß obs ich ſchier ohn zahl erblick, Vnd thut ſichs jmmer mehren, Citronen, quitten, pflaumen dick, Faſt alle näſt beſchweren.
Pomrantzen gülden von geſtalt,
Seind viel in warmen landen,
Da leucht mit gold wol mancher waldt, Als newlich hab verſtanden.
O Gott ꝛc.


