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Blüten deutscher Dichter nebst Poetik und Literaturgeschichte ... / bearb. von J. Schenckel
Entstehung
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Mit jhr die kühle Sommer⸗wind All jüngling ſtill von ſitten,

Im lufft zu ſpielen ſeind geſinnt, Auff wolcken leicht beritten.

Die bäum vnd näſt

Auch thun das beſt,

Bereichen ſich mit ſchatten;

Da ſich verhalt

Das Wild im waldt,

Wans pflegt von Hitz ermatten.

Die meng der Vöglein hören laſt Ihr Schyr- vnd Tyre⸗Lyre; Da ſauſet auch ſo mancher naſt, Sampt er mit muſicire.

Die Zweiglein ſchwank Zum vogelſang Sich auff, ſich nider neigen; Auch höret man Im grünen gahn Spatziren Laut⸗ vnd Geigen.

Friedrich Spee.

28. Lob Gottes auß Beſchreibung der fröhlichen Sommerzeit. a60)

Jetzt wicklet ſich der himmel auff, Jetzt bewegen ſich die räder, Der Frühling rüſtet ſich zum lauff Vmbgürt mit roſen⸗feder. O wie ſo ſchön, wie friſch und krauß! Wie glantzendt Elementen! Nit mügens genugſam ſtreichen auß Noch Redner, noch Scribenten. O Gott, ich ſing von hertzen mein, Gelobet muß der Schöpffer ſein.

Du ſchnelle poſt, O ſchöne Sonn! O gülden Roß, vnd Wagen! O reines Rad auff reinem bronn Mit zartem glantz beſchlagen! Jetz ſchöpfeſt vns den beſten ſchein, So winters war verlohren, Da Rad, vnd Eymer⸗ſchienen ſein Von kält gar angefroren. O Gott ꝛc..

O reines jahr! O ſchöner tag! O ſpiegel⸗klare zeiten! Zur ſommer⸗luſt nach winter⸗klag Der Frühling vns wird leiten. Im lufft ich hör die muſik ſchon, Wie ſichs mit ernſt bereite, Daß vns empfang mit ſüſſem thon, Vnd lieblich hin begleite. O Eott ꝛc.

Den Sommer laut begrüſſet,

Ihr ſtimmlein vber berg ond thal

Den gantzen lufft verfüſſet. Die vöglein zart in groſſer meng Buſch, heck vnd feldt durchſtreiffen, Die neſter ſchon ſeind ihn zu eng, Der Lufft klingt voller pfeiffen.

O Gott ꝛc.

Wer legt nun jhn den thon in mund, Dan laut, vnd dan ſo leiſe? Wer circklet ihn ſo rein vnd rund, So mannigfältig weiſe? Wer meſſet jhn den athem zu, Daß mögens vollenführen Den gantzen tag faſt ohne ruh So frewdigs tute⸗lüren? O Gott ꝛc.

Jetzt lauffen wider ſtarck vnd veſt, So winterszeit geſtanden All flüß, vnd wäſſer in arreſt, Beſtrickt mit eyßes banden: Jetzt kalter lufft vnd ſtawre wind, Vns wider ſeynd verſöhnet, Der taw mit weiſſen perlen lind Die felder lieblich erönet. O Gott ꝛc.

Für vns die ſchöne Nachtigal