Druckschrift 
Blüten deutscher Dichter nebst Poetik und Literaturgeschichte ... / bearb. von J. Schenckel
Entstehung
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Aber jetzt werden ſie ſtill, kaum athmen ſie. Die Morgenſonne wird ſchwül, Wolken ſtrömen herauf, Sichtbar iſt, der kommt, der Ewige! Nun ſchweben ſie, rauſchen ſie, wirbeln die Winde! Wie beugt ſich der Wald! wie hebt ſich der Strom! Sichtbar, wie du es Sterblichen ſein kannſt, Ja, das biſt du ſichtbar, Unendlicher! Der Wald neigt ſich, der Strom fliehet, und ich Falle nicht auf mein Angeſicht? Herr! Herr! Gott! barmherzig und gnädig! Du Naher, erbarme dich meiner! Zürneſt du, Herr, Weil Nacht dein Gewand iſt? Dieſe Nacht iſt Segen der Erde. Vater, du zürneſt nicht! Sie kommt, Erfriſchung auszuſchütten Ueber den ſtärkenden Halm, Ueber die herzerfreuende Traube! Vater, du zürneſt nicht! Alles iſt ſtill vor dir, du Naher! Rings umher iſt Alles ſtill! Auch das Würmchen, mit Gold bedeckt, merkt auf! Iſt es vielleicht nicht ſeelenlos? iſt es unſterblich? Ach, vermöcht ich dich, Herr, wie ich dürſte, zu preiſen! Immer herrlicher offenbareſt du dich! Immer dunkler wird die Nacht um dich, Und voller von Segen! Seht ihr den Zeugen des Nahen, den zückenden Strahl? Hört ihr Jehovas Donner? Hört ihr ihn? hört ihr ihn, Den erſchütternden Donner des Herrn? Herr! Herr! Gott! Barmherzig und gnädig! Angebetet, geprieſen Sei dein herrlicher Name! Und die Gewitterwinde? ſie tragen den Donner! Wie ſie rauſchen! wie ſie mit lauter Woge den Wald durchſtrömen! Und nun ſchweigen ſie. Langſam wandelt Die ſchwarze Wolke. Seht ihr den neuen Zeugen des Nahen, den fliegenden Strahl? Höret ihr hoch in der Wolke den Donner des Herrn? Er ruft: Jehova! ZJehova! Und der geſchmetterte Wald dampft;