Druckschrift 
Blüten deutscher Dichter nebst Poetik und Literaturgeschichte ... / bearb. von J. Schenckel
Entstehung
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Da der Hand des Allmächtigen Die größeren Erden entquollen, Die Ströme des Lichts rauſchten, und Siebengeſtirne wurden: Da entranneſt du, Tropfen, der Hand des Allmächtigen! Da ein Strom des Lichts ranſcht', und unſre Sonne wurde, Ein Wogenſturz ſich ſtürzte, wie vom Felſen Der Wolk' herab, und den Orion gürtete: Da entranneſt du, Tropfen, der Hand des Allmächtigen! Wer ſind die tauſendmal Tauſend, wer die Myriaden alle, Welche den Tropfen bewohnen und bewohnten? und wer bin ich? Halleluja dem Schaffenden! mehr, wie die Erden, die quollen, Mehr, wie die Siebengeſtirne, die aus Strahlen zuſammenſtrömten! Aber du, Frühlingswürmchen, Das grünlichgolden neben mir ſpielt, Du lebſt, und biſt vielleicht, Ach, nicht unſterblich! Ich bin herausgegangen, anzubeten, Und ich weine? Vergib, vergib Auch dieſe Thräne dem Endlichen, O du, der ſein wird! Du wirſt die Zweifel alle mir enthüllen, O du, der mich durch das dunkle Thal Des Todes führen wird! Ich lerne dann, Ob eine Seele das goldne Würmchen hatte. Biſt du nur gebildeter Staub, Sohn des Mais, ſo werde denn Wieder verfliegender Staub, Oder was ſonſt der Ewige will! Ergeuß von Neuem du, mein Auge, Freudenthränen! Du, meine Harfe, Preiſe den Herrn! Umwunden wieder, mit Palmen Iſt meine Harf umwunden! Ich ſinge dem Herrn! Hier ſteh ich. Rund um mich Iſt alles Allmacht, und Wunder alles! Mit tiefer Ehrfurcht ſchan ich die Schöpfung an; Denn du, Namenloſer, du Schufeſt ſie! Lüfte, die um mich wehn und ſanfte Kühlung Auf mein glühendes Angeſicht hauchen, Euch, wunderbare Lüfte, Sandte der Herr, der Unendliche!