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Die Sonn iſt Gottes ewger Held, Nun lebt, berührt vom Liebeshauch, Mit goldner Wehr im blauen Feld, Das Leben neu und Todtes auch; Und zu dem lichten Heldenwerke Der ſtarre Fels vor Sehnſucht bebet, Erneut der Frühling ihr die Stärke. Bis auch ein Epheu ihn umwebet.
Die Sonn am Tag, der Mond bei Nacht, O Frühlingsodem, Liebesluſt,
Sie ringen all mit Wechſelmacht, O Glück der felſentreuen Bruſt, Die Sonne, Roſen roth zu ſtrahlen, Die ein Geliebtes an ſich drücket, Und Lilien weiß der Mond zu malen. Das dankbar ſie mit Kränzen ſchmücket.
Der Himmel ein ſaphirnes Dach In dieſer Stille der Natur, Der Flur ſmaragdnem Brautgemach, Wo Liebe ſpricht und Friede nur, 3 3 Wo ſich, im Spiegel von Kryſtallen Sei fern den ſchweigenden Gedanken Schaut Roſe Braut mit Wohlgefallen. Des Menſchenlebens kautes Zanken.
Die Morgenröthe wirkt ihr Kleid, Wie ſie die Sinne ſich verwirrt,
Der Morgenthau reicht ihr Geſchmeid, Und wie in Wüſten ſich verirrt,
Der Morgenwind, ihr kecker Freier; Wie ſie die Freude ſich verkümmert, Küßt ſie erröthend unterm Schleier. Und wie das Daſein ſich zertrümmert. Der Frühling gibt im Garten Tanz, Und wie die Welt, ſo iſt ihr Lohn Und alle Blumen nahn im Glanz, Es reut mich jeder Liedeston,
Wo Mädchen vorzuſtellen haben Der aufs verworrene Getriebe
Die Roſen, und Jasmine Knaben. Der Zeit ſich wandt', und nicht auf Liebe.
Das Veilchen birgt in Duft ſich ſtill, Die Liebe iſt der Dichtung Stern,
Weil aufgeſucht es werden will; Die Liebe iſt des Lebens Kern; Die Roſe glühend zeigt ſich offen, Und wer die Lieb hat ausgeſungen, Wie könnte ſie Verbergung hoffen? Der hat die Ewigkeit errungen. Des Paradieſes Pforten ſind Weg Thorentand und Flitterpracht! Nun aufgethan im Morgenwind, Im Himmel gilt nicht irdſche Macht.
Und auf die Erde ſtrömt vom Oſten Erobrer, Helden, Weltvernichter, Der Duft, den ſonſt die Sel'gen koſten. Geht, ſucht euch einen andern Dichter.
Die Lauben Edens werden leer, Du, Freimund, laß den eiteln Schwall, Zur Erd hernieder zog ihr Heer, Sing Lieb als wie die Nachtigall, Wo nun die Engel ſchöner wohnen O trachte ſtill in deinen Tönen In Roſenzelt und Lilienkronen. Dein eignes Daſein zu verſöhnen. Friedr. Rückert. —— 26. Die Frühlingsfeier.
Nicht in den Ozean der Welten alle Vill ich mich ftürzen, ſchweben nicht, Wo die erſten Erſchaffnen, die Jubelchöre der Söhne des Lichts, Anbeten, tief anbeten und in Entzückung vergehn! Nur um den Tropfen am Eimer, Um die Erde nur, will ich ſchweben und anbeten! Halleluja! Halleluja! Der Tropfen am Eimer Kam aus der Hand des Allmächtigen auch!


