O ſanfter, ſüßer Hauch! Schon weckeſt du wieder
4. Frühlingsahnung.
Bald blühen die Veilchen auch.
Mir Frühlingslieder,
Ludw. Uhlanb.
5. Frühlingsglanbe.
Die linden Lüfte ſind erwacht,
Sie ſäuſeln und weben Dag und Nacht,
Sie ſchaffen an allen Enden.
O friſcher Duft, o neuer Klang,
Nun, armes Herze, ſei nicht bang!
Nun muß ſich Alles, Alles wenden!
Die Welt wird ſchöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernſte, tiefſte Thal:
Nun, armes Herz, vergiß der Qual!
Nun muß ſich Alles, Alles wenden. Ludw. Uhland.
6. Frühlingsruhe.
O legt mich nicht ins dunkle Grab, Nicht unter die grüne Erd hinab! Soll ich begraben ſein,
Lieg ich ins tiefe Gras hinein.
In Gras und Blumen lieg ich gern,
Wenn eine Flöte tönt von fern,
Und wenn hoch obenhin
Die hellen Frühlingswolken ziehn. Ludw Uhland.
7. Frühlingsfeier.
Süßer, goldner Frühlingstag! Inniges Entzücken!
Wenn mir je ein Lied gelang, Sollt' es heut nicht glücken?
Doch warum in dieſer Zeit
An die Arbeit treten?
Frühling iſt ein hohes Feſt:
Laßt mich ruhn und beten! Ludw. Uhland.
8. Lob des Frühlings.
Saatengrün, Veilchenduft, Lerchenwirbel, Amſelſchlag,⸗ Sonnenregen, linde Luft!
Wenn ich ſolche Worte ſinge, Braucht es dann noch großer Dinge, Dich zu preiſen, Frühlingstag?
3 Ludw. Uhland.
9. Künftiger Frühling.
Wohl blühet jedem Jahre
Sein Frühling, mild und licht, Auch jener große, klare— Getroſt! er fehlt dir nicht;
Er iſt dir noch beſchieden
Am Ziele deiner Bahn,
Du ahneſt ihn hienieden,
Und droben bricht er an.
Ludw. uUhland


