I. Die Zeiten.
Und Gott ſprach: Es werden Lichter an der Veſte des Himmels, die da ſcheiben Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre.
1. B. Moſ. 1, 14.
So lange die Erde ſteht ſoll nicht aufhören Samen und Ernte,
Froſt und Hitze, Sommer und Winter, Dag und
Nacht. 1. B. Moſ. 8, 22.
„VFe a) Frühling.
Denn ſiehe, der Winteriſt vergangen, der Regen iſt
weg und dahin. Die Blumen ſind hervorgekommen
im Lande, der Lenz iſt herbeigekommen und die
Turteltaube lößt ſich hören in unſerem Lande. Der
Feigenbaum hat Knoten gewonnen, die Weinſtöcke
haben Augen gewonnen und geben ihren Geruch.
Das hohe Lied Salomos 2, 11— 13.
1. Mirznacht. Horch! wie brauſet der Sturm und der ſchwellende Strom in der Nacht hin! Schaurig ſüßes Gefühl! Lieblicher Frühling, du nahſt! Ludw. Uhland.
2. Frühlingslied.
Leiſe zieht durch mein Gemüth Kling hinaus bis an das Haus,
Liebliches Geläute. Wo die Blumen ſprießen. Klinge, kleines Frühlingslied, Wenn du eine Roſe ſchauſt, Kling hinaus ins Weite. Sag, ich laß ſie grüßen.
Heinrich Heine.
3. Er iſts.
Frühling läßt ſein blaues Band Veilchen träumen ſchon,
Wieder flattern durch die Lüfte, Wollen balde kommen.
Süße, wohlbekannte Düfte— Horch, von fern ein leiſer Harfenton! Streifen ahnungsvoll das Land. Frühling, ja du biſts!
Dich hab ich vernommen! Eduard Mörike.
Schenckel's Bläten, 2r Theil. 1


