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Blüten deutscher Dichter nebst Poetik und Literaturgeschichte ... / bearb. von J. Schenckel
Entstehung
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I. Die Zeiten.

Und Gott ſprach: Es werden Lichter an der Veſte des Himmels, die da ſcheiben Tag und Nacht und geben Zeichen, Zeiten, Tage und Jahre.

1. B. Moſ. 1, 14.

So lange die Erde ſteht ſoll nicht aufhören Samen und Ernte,

Froſt und Hitze, Sommer und Winter, Dag und

Nacht. 1. B. Moſ. 8, 22.

VFe a) Frühling.

Denn ſiehe, der Winteriſt vergangen, der Regen iſt

weg und dahin. Die Blumen ſind hervorgekommen

im Lande, der Lenz iſt herbeigekommen und die

Turteltaube lößt ſich hören in unſerem Lande. Der

Feigenbaum hat Knoten gewonnen, die Weinſtöcke

haben Augen gewonnen und geben ihren Geruch.

Das hohe Lied Salomos 2, 11 13.

1. Mirznacht. Horch! wie brauſet der Sturm und der ſchwellende Strom in der Nacht hin! Schaurig ſüßes Gefühl! Lieblicher Frühling, du nahſt! Ludw. Uhland.

2. Frühlingslied.

Leiſe zieht durch mein Gemüth Kling hinaus bis an das Haus,

Liebliches Geläute. Wo die Blumen ſprießen. Klinge, kleines Frühlingslied, Wenn du eine Roſe ſchauſt, Kling hinaus ins Weite. Sag, ich laß ſie grüßen.

Heinrich Heine.

3. Er iſts.

Frühling läßt ſein blaues Band Veilchen träumen ſchon,

Wieder flattern durch die Lüfte, Wollen balde kommen.

Süße, wohlbekannte Düfte Horch, von fern ein leiſer Harfenton! Streifen ahnungsvoll das Land. Frühling, ja du biſts!

Dich hab ich vernommen! Eduard Mörike.

Schenckel's Bläten, 2r Theil. 1