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Der Novellist : eine Geschichte in 8 Dutzend Denkzetteln aus dem Taschenbuche des Helden / herausgegeben von Arnold Ruge
Entstehung
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Brief an Dich und Deinen Vater ſchreibe, damit ihr kommt und uns erlöſet aus dem Eriminalgefängniß die⸗ ſer Stadt. Was der Kriegsrath nicht alles amichtet! Er als der Räuberhauptmann ſitzt in Ketten und Ban⸗ den, es thut mir nur leid, daß ich ſeine Laune nicht beobachten kann, da er ſich nun endlich einmal ſelber angeführt hat. Ehe ich Dir das ganze Abentheuer, um deſſentwillen wir jetzt vier Tage ſchon Waſſer und Brod genießen, Deinen Termin verſäumt haben und ich Aerm⸗ ſter ſtatt Deiner ſüßen Roſenlippen den großen grauen Steinkrug küſſe, ehe ich Dir dies alles ſchreibe, bemerke ich, daß es eine ganz beſondre Vergünſtigung und ein ausgezeichnetes Vertraun von Seiten des Herrn Burge⸗ meiſters iſt, wenn ich Dir dieſe Nachricht geben darf. Als nämlich der Herr Burgemeiſter unter unſeren Pa⸗ pieren meine Tragödie gefunden und ich mich zum Ver⸗ faſſer derſelben bekannt hatte, wurde von Gerichtswegen der vorläufige Beſchluß gefaßt, daß es, um den Zweifel an dieſe Ausſage zu löſen, mir aufgegeben ſein ſollte, mich mit einem im Gefängniß und im Beiſein des Gefängniß⸗ wärters angefertigten Gedicht zu legitimiren. Es wurde mir Feder und Dinte verabreicht; und ich ſchrieb wie folgt: Den Eſel nicht das Graue macht, Die Feder nicht den Gimpel,

Den Ochſen nicht die Hörnerpracht, Ihr Creditiv iſt ſimpel.

Mein Creditiv, Ihr edlen Herrn, Legt Ihr in meine Feder:

Wie Ihr befehlt, es werde gern So Jeder ſein Verräther.