— 422—
dig hält, daß eine Novelle voraufgehe, wird es auch ſo geſchehn müſſen.
Nun, zum Kukuk, ſo laß ihn die Novelle in Ver⸗ lag nehmen, das kann Dir ja eben ſo lieb ſein.
Aber, lieber Freund, ſie iſt ja noch gar nicht ge⸗ ſchrieben, und wo ſoll ich die Zeit dazu hernehmen, da meine Braut mich zum nächſten Sonntag zu ſich beſchie⸗ den hat?—
Deine Braut? nach Fürſtenberg? Ei, das iſt allerliebſt, da begleit' ich Dich, lieber Edmund, wir reiten, meine Pferde ſind vortrefflich.
Aber Dein Onkel will auch mit.
Mein Onkel? Nun das wird wieder eine Komödie geben und zwar die allerbeſte von der Welt, da er nun gar drei Acteure hat und den Reitknecht zum vierten.
S. Die Gefangenen.
Die Mauer nicht den Kerker macht,
Den Käfig nicht das Gitter,
Wem frei und froh die Seele lacht,
Iſt kein Gefängniß bitter. Gefängnißinſchrift.
Edmund an Minnc.
Stadt G... im Auguſt. Meine geliebte theure Minna, bin Dir ſo nah und doch ſo fern, ich ſag' es Dir vorher, es iſt Scherz, aber doch ſo ernſt, daß es wahr iſt und daß ich dieſen
£


