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Der Novellist : eine Geschichte in 8 Dutzend Denkzetteln aus dem Taschenbuche des Helden / herausgegeben von Arnold Ruge
Entstehung
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dahin doch nur das Stadtthor, aber dies auch in einem ausgezeichneten Maße zuwider geweſen war, dergeſtalt daß er in ſeinem ganzen Leben nicht ein einziges Mal auch nur hinaus zu ſehen gewagt hatte. Nur die Kirche bewog ihn allſonntäglich zum Ausgehen, und gab ſo ſeinemruhigen und zufriedenen Leben zwar die Gott⸗ ſeligkeit, aber doch auch einige Bewegung und Unruhe. Dies war das Leben ſeines Ruheſtandes.

Da begab es ſich eines Sonntags, daß ſein wilder und ausgearteter Sohn, welcher ein gemachter Mann war, nachdem er mit dem Gelde ſeines Vaters und ſeiner Frau, einer Dame von den feineren Lebensanſichten ihres gebildeten Standes, einen Lederhandel angelegt hatte es begab ſich, daß dieſer polternd zu ihm ins Haus kam, eben als er von dem Beſuche der drei Hauptkir⸗ chen wieder heimgekehrt war. Der alte Mann las in dem Evangelienbuche, welches mit in ſein Geſangbuch gebunden war, die heutigen Terte noch einmal über; als er aber ſeinen Sohn an der Thür lärmen hörte, knipſte er es zu, und erwartete ſein Schickſal.

Der Schwindelgeiſt trat herein, warf ſeinen Hut auf das etwas verſchoſſene Familienſopha und fing an: Nun laßt das Singen und Beten nur gut ſein, Vater, heute habt Ihr genug davon. Ja, bei meiner armen

Seele, wenn Ihr nicht in den Himmel käi, ſo müßte Abraham braun und blau geſchlagen werden.

Nu, nu, begütigte der Alte furchtſam, ſei nur nicht ſo ausfällig und das am heiligen Feiertage. Mir wird