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Der Novellist : eine Geschichte in 8 Dutzend Denkzetteln aus dem Taschenbuche des Helden / herausgegeben von Arnold Ruge
Entstehung
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daſelbſt angelangt war, begab er ſich in die Werkſtatt ſeines Vaters, ergriff irgend ein Stück Leder aus dem Abfall, und verſuchte kleine Schuhe und Pantoffeln zu

komponiren.

Mit wahrer Vaterfreude bemerkte der Alte das Ta⸗ lent und die Liebe des Knaben, er pflegte ſeine Frau anzuſtoßen und ihr unter Freudenthränen die Worte zu⸗ zuflüſtern:Thurchen, aus unſerm Ignatz wird noch einmal der erſte Mann im Gewerk! Victoria, ſeine Gattin, zog dann gewöhnlich ihre Schnupftabacksdoſe hervor, that die Brille herunter, wiſchte ſich ebenfalls die Augen und nahm eine Priſe der Beſtättigung.

Und ſo geſchah es. Der beſcheidene, ſinnige Igna⸗ tius ging keine anderen Wege, als von der Schule in die Werkſtatt und von der Werkſtatt in die Schule, nie wandelte er in Rathe der Gottloſen, noch ſaß er auf der Schlingelbank, wo die Spötter ſitzen. So wurde erGeſell. Sein ausgezeichnetes Talent und der Einfluß ſeines Vaters erſparten ihm die Wanderung, denn das Gewerk erklärte einmüthig, er könne aus der Fremde nichts mitbringen, und daß er etwas hinbrächte, wäre überflüſſig. Meiſter war die nüchſte, Altermann die letzte Stufe, die er erſtieg. Ruhig ward er alt und trat endlich in den Ruheſtand.

Dieſelbe Regelmäßigkeit und Ruhe, womit er früher ſeinem Berufe gelebt, wandte er jetzt auf das Leſen der heiligen Schrift. Seine Eingezogenheit wurde aber wo⸗ möglich noch größer, ſo daß er jetzt auch vor der Haus⸗ thür eine ordentliche Scheu bekam, während ihm bis