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Wittgens Raubschloß : eine Sage / [August Rublack]
Entstehung
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terſonne, auf des treuen Thieres Leiche, und

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auch Mariens Sitz fanden ſie leer kein Auge ſah mehr ihre Thraͤnen, kein Ohr vernahm fer⸗ ner ihre Seufzer.

Laͤngſt verwittert ſind die kleinen Kreuze der Liebe und Trauer, die Huͤgel, welche ſie tru⸗ gen, eingeſunken uͤber den modernden Gebeinen, unter den Rieſenſchritten der Zeit; doch nicht ſpurlos gingen ſie hin, uͤber ſo manches Denkmal dieſer heitern und truͤben Ereigniſſe, und die Phantaſie leihet der Vorwelt ſtummen Zeugen eine Sprache, die traurig und ruͤhrend zugleich, dem Waller er⸗ zählt, was um ihn her, ſich einſt hier zugetragen.

Voch geben Pirna's zertruͤmmerte Baſteien ein treues Bild der einſt erlittenen Verwuͤſßtung, und das Andenken jener entſetzlichen Tage, lebt unſterblich fort im Gedaͤchtniſſe ſeiner Bewohner; Jahrhunderte hat Schloß Weſenſtein der Vergaͤng⸗ lichkeit getrotzt! und noch lange wird ſein Anblick des Beſchauers Erſtaunen und Bewunderung er⸗ regen, ob der Kuͤhnheit alter Baukunſt; wie du⸗ mals rauſcht die Muͤglitz durch das wilde, ſchoͤne Thal, und leitet auf Mariens Heimwegt, den