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Wittgens Raubschloß : eine Sage / [August Rublack]
Entstehung
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eine himmliſche Gerechtigkeit ſchon auf Erden! Dein Luch lag, als ich Dich von meinem Her⸗ zen ſtieß, zu meinen Fußen, und, treu wie Du, ruhete es nun immerdar an demſelben bis die rͤchende Kugel es, mit ihm zugleich, verletzte. Laß es, Marie, auf ihm mit mir begraben der Liebe Gewohnheit iſt ja ſo ſuͤß ſuͤß ſo, mit einer ſchmerzlichen Verzuckung des Ge⸗ ſichts, die Hand gegen die Wunde preſſend, ſank er auf ſein Lager zuruͤck, und mit dem letzten Tone hauchte er auch ſeinen Geiſt aus.

Nach wenigen Tagen erhob ſich ſein Grab neben dem beraſten Huͤgel, welcher Mariens Va⸗ ter barg, und auf ihm lag der redliche Gefaͤhrte ſeiner Schlachten und Zuͤge der wackre Treu, und kläglich winſelnd, wuͤhlte er oft die gefrorne Erde auf, um wie ſonſt, an ſeines Freundes Seite ſich zu ſchmiegen. Mancher Wanderer ſah dort in ſternheller Nacht die arme Marie ihm ge⸗

chelte und flehte; daß er Nahrung aus ihrer Hand annehme; und hoͤrte dann wieder ihr lau⸗ tes, troſiloſes Weinen, wenn er ſolches hartneckig erweigerte. So ſielen eines Morgens die Strah⸗

genuͤber ſitzen, und vernahm, wie ſie ihm ſchmei⸗

n der umnebelten, blutroth aufgehenden Win⸗