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„ Doch laſſe der Dich gluͤcklich leben, Du Engelreine!“
„D, nicht doch!— ich bin ſchon lange krank— und muͤde.“
„Nein, Marie— nein! Dein Leben ſey meine Verſohnung— laß mich nicht, dem Zwei⸗ fel zum Raube, verzweifelnd ſterben!“
Du ſtirbſt ja den Tod meines ſeligen Va⸗ ters, ſtirb ihn wie er— ſanft und fromm. Doch ſchone Deine Bruſt, ſie iſt ja krank— und ich fuͤhle, wie das ſchmerzt. Lange habe ich nicht geſprochen— doch auch der S ſingt noch einmal, eh' er ſtirbt.“
„D, meine arme Marie!“
„Arm?— habe ich Dich nicht wieder? liebſt Du mich nicht mehr?— Ach, ich habe viel um Dich geweint, und hatte kein Cuch, meine Thraͤnen zu trocknen! das, velches der mitleidigen Liebe letzte Zaͤhre genetzt, hatte ich verloren— die, der verſchuldeten Reue, waren auch das Linnen nicht werth—“
„Mein Blut hat die bethraͤnten Stellen
uͤbertuͤncht und geſuͤhnt!—“ ßel ihr Wittgen
heftig in's Wort, und ein blutbeflecktes Tuch her vorziehend, fuhr er eifrig fort:„Ja, es gieht


