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richten— doch ſchafft mich nach Pirna, und gebt mich in des Buͤrgermeiſter Werners Ge⸗ wahrſam.“
Man that, wie er wuͤnſchte, und als ihn ſeine Wache dem erſchrockenen Werner uͤberant⸗ wortete, ſagte Wittgen, faſt heiter, zu ihm:
„Lieber Werner!— Ihr habt mir Euer Haus als Zuflucht angeboten— ich ſuche meine letzte darin, und hoffe— Ruhe zu finden.“
„Gott im Himmel, ich fuͤrchte— die ewi⸗ ge!“ entgegnete dieſer außer ſich, als er das bleiche Angeſicht ſeines ſonſt ſo bluͤhenden Freun⸗ des wahrnahm, und indem er mit ſchonender Hand ihn die Stufen hinauf leitete, welche er einſt zu ſeiner Rettung im Fluge uͤberſprang, fuͤll⸗ ten ſich ſeine Augen mit Thraͤnen.— Doch die Bewegung hatte den Verband gelockert, und auf's neue rann Wittgens Blut auf den Boden herab.
„Schon verfließt mein Blut auf dieſer Stelle, mit dem von Mariens gutem Vater— bald werde ich ja auch an ſeiner Seite ſchlafen“— fliſterte der Leidende leiſe, mit himmelwaͤrts gewandtem⸗ Auge, und eine wohlthaͤtige Ohnmacht ſchloß das⸗ ſelbe. Da er wieder erwachte, verrieth Werners verduͤſterter, ſcheuer Blick, ihm deſſen Irrthum,


