— 202— an, nd ihn keiner Antwort wuͤrdigend, rief er mit fuͤrchterlicher Stimme ſeinen Genoſſen zu: „Daß keiner ſeine Hand nach Beute aus⸗ ſtreckt, oder er iſt des Todes!— Siehſt Du, Bruͤderchen!“ jubilirte er gegen ſeinen Freund: ich bin ſo eine Art von Gerechtigkeit, ein zwei⸗ ter St. Crispin. Nicht ſeinen Beutel— ſein Herz will ich antaſten, und das geſtohlne Gold⸗ ſtuͤck ans dieſem verroſteten Almoſenſtock fuͤr Dich zuruͤck nehmen!— Zu Pferde jetzt, und das Liebchen vor Dir im Sattel!“ 3 Klynsky knirrſchte mit den Zaͤhnen, und
Wittgen jauchzte laut auf; ſie athmete wieder!
und ihr ſchoͤnes Auge ſchaute in einem Gemiſch von Furcht und Hoffnnng, Schreck und Liebe ihn an. Noch einmal durchzuckte ihr Herz des Epden⸗
lebens hoͤchſte Seligkeit— doch ein Augenblick
nur! und Fridoline ward der Wirklichkeit ſich be⸗
ut. Mit Entſetzen betrachtete ſie, die ſie um⸗
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ſtehenden, fuͤrchterlichen Geſtalten, und mit wil⸗
den, ſuchenden Blicken rief ſie:„Wo iſt mein
Gemahl?!“— chwand auch dem Ungluͤck⸗
uchen der Sinne wohithatige Befangenheit. Noch rein daſtehend, inmitte verworfener Raͤuber, ſah er ſich in Gefahr, der ehrloſeſe unter ihnen zu


