— 9—
wehte das blutbeſpritzte feindliche Pannier nun, auf der erſtiegenen Ruine!
Liebenau ſah alles verlohren, und rettend was er noch zu retten vermochte, zog er ſich mit dem
Reſte ſeiner Soldaten und des Pirnaiſchen Defen
ſion⸗Faͤhnlein's auf das Schloß zuruͤck. Verlaſ⸗ ſen, kraftlos und voll Verzweiflung warfen die Buͤrger die ihnen nun nutzloſen Waffen weg, und eilten zum Schutze der Ihrigen in die Haͤuſer, Ihnen auf der Ferſe folgte der wuͤrgende Feind⸗ Nirgend war Sicherheit— Tod uͤberall! Kein
Alter, kein Geſchlecht fand Schonung— ſelbſt
das Allerheiligſte gewaͤhrte keinen Schutz, und die
Gewoͤlbe der Kirchen und Gruͤfte hallten von dem
Flehen um Barmhetzigkeit und den Fluͤchen der Moͤrder wieder!
Mitten unter dieſen Schreckniſſen ritt der Dberſt Samuel Beſterling durch die Straßen, dem Blutvergießen zu wehren ſo viel er vermochtes aber ſchwer war es, der einmal losgelaſſenen Rohheit
den zaͤhmenden Zuͤgel wieder uberzuwerfen— Srä⸗
ben Blickes ſchaute er uͤber den Matkt; Hier war die Menge zu groß, als daß ein befehlendes Wort ſie zu beſchwichtigen ausgereicht hätte, und wenn auch— es verſcholl ungehört unter den Muske⸗


