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der Kampf faſt rings um die Stadt, und lange ſchwankte der Sieg zweifelhaft zwiſchen den Strei⸗ tern. Am Elb⸗ und Oberthore ward er endlich, nach unſaglicher Anſtrengung, den Buͤrgern zu Theil, und in Verwirrung flohen die Schweden, die erſt ſtolz in der Luft wehenden Fahnen nun erdwaͤrts hinter ſich herſchleppend, indem zugleich alle Stucke ihren Hagel den Fluchtigen nachſen⸗ deten, und die Schuͤtzen bei den Doppelhacken, in wilder Luſt die feindlichen Anfuͤhrer zum ſichern Ziele nahmen— Groß war hier der Verluſt, aber um ſo großer der Gewinn am Dohnaiſchen Thore⸗ Geſunken war dort die ſchuͤtzende Mauer; nur die Reihen der Buͤrger erſetzten dieſelbe, und Bruſt an Bruſt draͤngten ſie gegen die Stuͤrmer, dem Einbruch zu wehren, und die Morgenſterne, ge⸗ führt von kraftiger Fauſt, ſchmetterten die naͤch⸗ ſten darnieder, waͤhrend die Feuerrohre in weiter Ferne die dichten Heerhaufen lichteten. Aber mehr und mehr wuchs der Andrang! das Geraſſel der Sturmtrommeln, der Donner des Geſchuͤtzes, und
das wöthende Geſchrei der Angreifenden verſchlang
das furchterregende Aechzen der Sterbenden, und über ſie hinweg ſchritten die Schweden achtlos, den Tod zu geben oder zu empfangen und ſiegreich


