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Wittgens Raubschloß : eine Sage / [August Rublack]
Entstehung
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Ker Qualm verfinſterte den Himmel! und als der Nebel ſich verzog, erfullte Entſetzen die Bruſt der Vertheidiger. Die geſprungene Mine hatte das Rondel und eine große Strecke der Mauer einge⸗ worfen, und die Schweden ſtuͤrzten in die Breſche, um den Stadtgraben mit Faſchinen auszufullen. Vergebens war das Bemuͤhen, dieß zu verhindern! aber die Tapferkeit wuchs mit der Gefahr, und als nun die ſchwediſchen Brigaden um 12 Uhr Mittags den Sturm begannen, da ermuthigte ei⸗

ner den andern zur Ausdauer dürch Wort und

That.Mit Gott, fuͤr unſte armen Kinder! ſcholl es durch die Reihen, und jeder faßte ſeine

Waffe zum blutigen Empfange. Wohl that der

Entſchluß noth, und wuͤrdig eines guͤnſtigern

Erfolgs waͤre die Brabheit geweſen, mit wel⸗

cher man ihn verfocht. In feſt geſchloſſenen Gliedern, mit fliegenden Fahnen und voller Feld⸗ muſik ruͤckten die Feinde in unbeſchreiblicher Wüth an. Verwegen drangen die Schweden vor, ſand⸗ haft behaupteten ſie jeden errungenen Schritt, und welcher es wagte den Fuß ruͤckwaͤrts zu wenben⸗ den trieben die Offiziere, ſelbſt wenn der Fliehende verwundet war, mit dem Degen dem Fode wie⸗ der entgegen, oder ſießen ihn niedet, S tobte