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grauen das Haus verlaſſen und ihr aufgetragen habe, falls er nicht um ſieben Uhr zurück ſei, das Brieſchen, welches ſie hier in der Taſche habe, der Frau Stern zu übergeben.
„Gib, gib“, rief ihre Herrin, erbrach es haſtig und las:
„Geliebte Hermine, ein unaufſchiebliches Geſchäft zwingt mich ſofort nach Köln zu reiſen; ſpäteſtens heute Abend bin ich zurück Sei ohne Sorgen, Du haſt keinen Grund dazu. Gott behüte Dich und unſern Franz! Auf baldiges Wiederſehen!
Dein Alfred.“
Nachdenklich und niedergeſchlagen legte Hermine das Billet vor ſich hin; ſeit den zwei Jahren, welche ſie als Alfred's Frau an deſſen Seite gelebt hatte war er noch niemals länger als einige Stunden von ihr entfernt ge— weſen, und damals hatten Berufsgeſchäfte ihn aus dem Hauſe gerufen; ſie hatte gewußt, weshalb er ſie verließ, wann er wieder kam, heute ſollte ſie ihn den ganzen Tag vermiſſen, in qualvoller Ungewißheit leben, nicht. einmal vermuthen können, was ihn nach Köln gerufen.
Unberührt ſchob ſie das Frühſtück zurück, ſelbſt des kleinen Franz liebliches Lächeln vermochte nicht ſie auf⸗ zuheitern und zu beruhigen Sie fand Alfred's Benehmen nicht ganz gerecht und liebevoll gegen ſie. Warum theilte


