Teil eines Werkes 
2 (1827)
Entstehung
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Sichſt. Du, ſprach Loreley, als habe ſie ſein mistrauend Bangen wohl gemerkt: ſtromaufwaͤrts fuͤhrt' ich Dich, die Waſſer wollten Dich hinab⸗ wärts reißen, da hätten Dich die Meinen nie wie⸗ der losgegeben aus der kryſtallenen Konigsburg, Du aber ſollſt mein bleibenum Dich verließ ich das ſchoͤne Schloß, nach Dir ging mein Sehnen! Loreley, rief Hugbert und ſahe ſie an, ihr Antlitz mit den wogenden Locken im Nachtwind ſah wieder ſo ſchon aus, vom Licht da druͤben be⸗ ſtreift, ſie ſagen, Du freuteſt Dich oben auf Deinem Fels, wenn Dein wild Element einen Menſchen hinunterreiße. Loreley ſeufzte lieb⸗ lich und ſprach: kann wohl ſeyn, lieb Knab, ver⸗ ſtand ichs doch nicht beſſer, dacht', es muͤſſe allen eine Luſt ſeyn, mit uns zu ſpielen und zu wuͤh⸗ len und ſich zu kuͤhlen in der klingenden, durch⸗ ſchaulichen Welt! Sie ſagen auch, fuhr Hugbert fort, Du hätteſt die Menſchenkinder mit Deinem ſuͤßen Sange hinabgelockt. Ich machte mir gar nichts aus den Menſchenkindern, antwortete Loreley trotzig; zu meiner Freude ſang ich, zu

meiner Freude ſchaut' ich, rief keinem und ſah nach keinem, kuͤmmerte mich auch wenig, wenn einer